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Der königliche Palast in Brüssel: Früher Wohnort, heute Wirkungsstätte der belgischen Königsfamilie

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Von: Jasmin Pospiech

Der königliche Palast ist die Residenz des Königs von Belgien, auch wenn dieser seit den 1930er Jahren dort nicht mehr wohnt. Heute ist er auch Touristen zugänglich.

Brüssel – Der königliche Palast in Brüssel befindet sich im Zentrum der belgischen Hauptstadt gegenüber dem Palast der Nationen im Warandepark. Ursprünglich befand sich an derselben Stelle auf dem Koudenberg, einer kleinen Anhöhe, der Palast von Coudenberg. Bei diesem handelte sich es um die Hofburg der Habsburger und Burgunder. Im Jahr 1731 brannte dieser Bau nieder. Zunächst wurde nur ein kleiner Ersatz errichtet, bis König Wilhelm I. (71, †1843) beschloss, wieder ein prunkvolleres Gebäude erbauen zu lassen.

Zu diesem Zweck wurden die ehemals vorhandenen vier kleineren Gebäude zu einem großen königlichen Palast vereint. Der Bau fand zwischen 1815 und 1829 statt. Nur ein Jahr später erlangte Belgien seine Unabhängigkeit von den Niederlanden. Der damalige König der Belgier, Leopold I. (75, †1865) beschloss, das Palastgebäude als offizielle Residenz zu nutzen. Es war sein direkter Nachfolger, Leopold II. (74, †1909), der den neobarocken Palast bis ins Jahr 1903 noch einmal umbauen ließ. Bis zum Jahr 1935 war das Gebäude als königliche Residenz in Gebrauch. Es wurde seitdem baulich nicht mehr verändert und ist heute eines der Wahrzeichen der belgischen Hauptstadt.

Königlicher Palast in Brüssel: So ist das Bauwerk aufgebaut

Der königliche Palast in der belgischen Hauptstadt ist ein prunkvolles Bauwerk von imposanter Größe im neobarocken Stil, das sich durch zahlreiche verschiedene Räume und Bereiche auszeichnet.

Königlicher Palast Belgiens.

Der Königliche Palast erstrahlt in vollem Glanze. © IMAGO / imagebroker

Bestandteile der ehemaligen Residenz des Königs der Belgier sind unter anderem:

Der Thronsaal ist auch unter dem Namen Ballsaal bekannt. Er wurde von dem bekannten belgischen Architekten Alphonse Hubert François Balat (77, †1895) erdacht und erbaut. Auch der berühmte Bildhauer Auguste Rodin (77, †1917) war am Bau des imposanten Saals beteiligt.

Zu den ältesten Bereichen des königlichen Palasts gehört der Empiresaal: Hier wurden in der Vergangenheit Feste gefeiert und Konzerte gegeben. Heute finden im Empiresaal noch immer Empfänge und kleinere Zeremonien statt. In vielen Salons und Sälen des Palastes sind malerische Darstellungen ehemaliger politischer Zusammenhänge und Ereignisse zu bewundern. Darüber hinaus finden sich an den Wänden der Königsresidenz Porträts bekannter und weniger bekannter Herrscher und Mitglieder unterschiedlicher Adelsfamilien.

Königlicher Palast in Brüssel als Wohnsitz des Königs von Belgien abgelöst

Der königliche Palast in Brüssel wurde bis zum tragischen Unfalltod von Königin Astrid (29, †1935) als Residenz des Königs der Belgier genutzt. Danach entschied sich König Leopold III. (81, †1983) dazu, nicht mehr im Palast selbst, sondern im Schloss Laken im Norden der belgischen Hauptstadt zu wohnen. Zuvor gehörte das Schloss Laken zur Teilresidenz des niederländischen Königs Wilhelm I. und wurde im Zuge der Abspaltung Belgiens schließlich Wohnsitz der belgischen Königsfamilie. Noch heute lebt die belgische Königsfamilie in dem Schloss, das im klassizistischen Stil errichtet wurde.

Der königliche Palast hingegen wird noch immer für die royalen Amtsgeschäfte genutzt. Dort arbeiten der amtierende König und die Königin ebenso wie deren Angestellte in unterschiedlichen Büroräumen. Darüber hinaus werden Besucher und Abgeordnete aus anderen Ländern in den Räumlichkeiten des Palasts empfangen. Aber auch das Volk kann den königlichen Palast besuchen: Zu bestimmten Zeiten zwischen Juni und September ist es möglich, das imposante Bauwerk zu betreten und in diesem Zuge etwa auch die dort befindliche Königliche Sammlung im ansässigen Museum zu besichtigen.

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