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Dechencholing-Palast: Alle Infos zum offiziellen Hauptpalast des Königs von Bhutan

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Von: Jasmin Pospiech

Der Dechencholing-Palast war einst die königliche Residenz des Königs von Bhutan. Heute dient er der Königsfamilie des Himalaya-Staates nur noch zu repräsentativen Zwecken.

Bhutan – Der Dechencholing-Palast gilt als offizieller Hauptpalast des bhutanischen Königs. Von der Hauptstadt Thimphu liegt er sieben Kilometer in nördlicher Richtung entfernt. Der dritte Drachenkönig, Jigme Dorji Wangchuck, ließ ihn nach seiner Krönung in den Jahren 1952 bis 1953 erbauen. Der Ort sollte als Gedenkstätte für seinen zuvor verstorbenen Vater Jigme Wangchuck dienen. Im November 1955 erblickte hier der vierte König Jigme Singye Wangchuck (65) das Licht der Welt.

Mit dem Amtsantritt des fünften bhutanischen Königs Jigme Khesar Namgyel Wangchuck (41) im Jahr 2006 verlor der Palast seine Funktion als Wohnpalast. Heute dient das Gebäude repräsentativen Zwecken und als Unterkunft für Delegationen aus Indien. Auch wenn der amtierende König inzwischen mit seiner Familie die königliche Residenz im Samteling-Palast (Royal Cottage) bewohnt, bietet der Dechencholing-Palast für andere Mitglieder der königlichen Familie nach wie vor ein Zuhause.

Der Dechencholing-Palast und seine Architektur

Der historische Hauptpalast des bhutanischen Königs und seiner Frau, Königin Jetsun Pema (30), liegt am westlichen Ufer des Thimphu-Flusses. Im Osten und Westen wird er von Wald begrenzt. Der Zugang in den Palast erfolgt über die Straße Dechhen Lam. Besucher erwartet ein dreistöckiges Gebäude inmitten von Rasenflächen und Teichen.

Seine Bauweise ist ganz im Stil traditioneller bhutanischer Architektur gehalten. Dies gilt ebenso für die Innenausstattung des Palastes, die von weißem Samt und Repoussé geprägt ist. Eine Technik, bei der weiches Metall von der Rückseite beschlagen wird, um schöne Designs für Flachreliefs zu erzeugen. Ein Video auf YouTube lädt ein zu einem visuellen Rundgang und offenbart dabei die stilvolle Eleganz der Palastanlage.

Die königliche Großmutter Gayum Phuntsho Choden Wangchuck verbrachte bis zu ihrem Tod viele Jahre ihres Lebens im Dechencholing-Palast. Sie galt als sehr religiös und tief verwurzelt mit den Traditionen der Geschichte Bhutans. Im Palast ließ sie eine Kapelle mit Gemälden und Schnitzereien verzieren und traditionelle Kleidungsstücke und Nationaltrachten weben. Durch die Gründung spiritueller Lernzentren trug sie aktiv zum Erhalt und zur Stärkung des buddhistischen Erbes Bhutans bei.

Der Dechencholing-Palast als Ort repräsentativer Veranstaltungen

Der Palast wird regelmäßig von Delegationen aus Indien besucht, um über internationale Beziehungen zwischen Bhutan und Indien zu sprechen. Aus diesem Grund verfügt der Hauptpalast des bhutanischen Königs über einen eigenen Hubschrauberlandeplatz. Dieser ermöglicht den Botschaftern einen sehr viel schnelleren Zugang als vom 65 Kilometer entfernten internationalen Flughafen Paro. Zudem gilt der Dechencholing-Palast als Veranstaltungsort für Bankette, zu denen das bhutanische Staatsoberhaupt wichtige Gäste aus dem In- und Ausland lädt.

Im Jahr 1957 wurde der Künstler Lam Durlop Dorji von König Jigme Wangchuck damit beauftragt, im Palast eine Stickschule zu gründen. Rund 30 junge Mönche sollten hier in der Kunst der traditionellen Stickerei unterrichtet werden, um Thangka-Stickereien herstellen zu können – prächtige Rollbilder, von denen die größten an hohen buddhistischen Feiertagen von den Dächern in Klöstern und Dzongs (Klosterburgen) hängen. So ist die Schule Ausdruck einer tiefen Verbundenheit der tibetisch-buddhistischen Nation Bhutan mit ihrem Kunsthandwerk und ihrem seit Jahrhunderten gelebten Glauben.

Heute dient der Dechencholing-Palast als:

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