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Königin Margrethe II. beim Glücksspiel? Zweifelhafter Werbespot sorgt für Schlagzeilen

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Von: Eva-Maria Moosmüller

Zwar gilt Margrethe II. als äußerst fortschrittlich und locker, am Spielautomaten oder am Pokertisch kann man sich die Königin dann aber doch nicht vorstellen. 

Kopenhagen – Wer den neuen Werbespot eines Online-Casinos sieht, der wird vielleicht eine gewisse Ähnlichkeit einer darin auftretenden animierten Figur mit der dänischen Königin Margrethe (80) erkennen. Kann das denn Zufall sein?

Königin Margrethe II. beim Glücksspiel? Zweifelhafter Werbespot sorgt für Schlagzeilen

Ein Werbespot des Portals „Royal Casino“ sorgt aktuell für Gelächter, Verwunderung und bei eingefleischten Fans der dänischen Königsfamilie sogar für Entsetzen. In dem kurzen Clip ist eine animierte Figur zu sehen, die tatsächlich sehr stark an Königin Margrethe II. erinnert: Rotes Kleid, graue Hochsteckfrisur, Schmuck, Diadem und Schärpe – diesen Look kennen wir doch von der Regentin! Anlässlich der Feier ihres 70. Geburtstages sah die Mutter von Kronprinz Frederik (52) damals ganz ähnlich aus.

Königin Margrethe II. von Dänemark kommt mit ihrem Ehemann Prinz Henrik zur Feier ihres 70. Geburtstages.
Königin Margrethe mit Ehemann Prinz Henrik an ihrem 70. Geburtstag. Ihr Look kommt uns doch irgendwie bekannt vor, oder? © dpa / Keld Navntoft

In dem Video, das unter anderem auf YouTube zu sehen ist, streift sich die Figur die Abendrobe ab und tanzt in einem Jogginganzug zwischen Spielautomaten. Schon im letzten Jahr hatte es eine ähnliche Werbung mit derselben Protagonistin gegeben. Hier war die „Casino-Königin“ auf dem Balkon ihres Schlosses zu sehen.

Königin Margrethe II. beim Glücksspiel? Experte hegt keinen Zweifel

Für den dänischen Autoren und Designer Jim Lyngvild (42), der sich in seiner Karriere schon eingehend mit dem Königshaus befasst hat, ist klar: Hier wird Werbung auf Kosten des Staatsoberhauptes gemacht. „Es ist Königin Margrethe. Es gibt keine Spur von Zweifel. Wenn Sie sich Bilder von ihrem 70. Geburtstag ansehen, können Sie erkennen, dass es sich um dasselbe Kleid, dieselbe Tiara und denselben Schmuck handelt“, wird er von dem Portal „B.T.“ zitiert.

Seitens des Online-Casinos ist man sich keiner Schuld bewusst und weist alle Vorwürfe zurück. In einer Stellungnahme gegenüber „B.T.“ heißt es, man verstehe nicht, woher die Ansicht komme, dass es sich bei der fiktiven Figur um Königin Margrethe II. handeln könnte: „Royal Casino verwendet eine fiktive Königin-Figur namens ‚Queen of Royal Casino‘ mit typischer königlicher Kleidung.“

Das dänische Königshaus hat sich bisher nicht zu der Werbung geäußert. Eine genauere Untersuchung des Falls wurde aber durch eine Behörde für Verbraucherfragen bereits in die Wege geleitet.

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