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Die dänische Königsfamilie: Alles über die Royals um Königin Margrethe II., Kronprinz Frederik & Co.

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Von: Eva-Maria Moosmüller

Das dänische Königshaus ist das Älteste in ganz Europa. Lesen Sie hier die wichtigsten Infos zu den Mitgliedern der königlichen Familie und zur royalen Geschichte des Hauses.

Kopenhagen – Das Königreich Dänemark ist seit 1953 eine parlamentarische Monarchie und hat das älteste Königshaus in Europa. König Gorm der Alte war Mitte des 10. Jahrhunderts Herrscher von Dänemark und bis zu ihm lassen sich die dänischen Könige zurückverfolgen. Seit 1448 regierten in Dänemark Könige des Adelsgeschlechts Oldenburg, von dessen Nebenlinie Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg, die 1863 den Thron übernahm, auch die heutige Königin Margrethe II. und ihre Nachkommen abstammen. 

Königin Margrethe II. ist seit 1972 die erste regierende Königin des Landes, nachdem 1953 auch weiblichen Nachkommen des Königs das Erbrecht auf den Thron eingeräumt worden war. Aber erst seit 2009 sind Prinzen und Prinzessinnen in der Thronfolge komplett gleichberechtigt. 

Kronprinz Frederik und Kronprinzessin Mary sowie Prinz Joachim und Prinzessin Marie sind als neue Generation von Royals sehr beliebt beim Volk. Die Mitglieder des Königshauses haben sich der modernen Zeit angepasst und widmen ihre Ressourcen vor allem der Repräsentation ihres Landes und wohltätigen Aufgaben, was von den sechs Millionen Dänen gern gesehen wird.

Die dänische Königsfamilie: Das sind die wichtigsten Mitglieder

Das als Staatsoberhaupt wohl wichtigste und bekannteste Mitglied der dänischen Königsfamilie ist Königin Margrethe II. Seit 1972 ist sie die Regentin des Landes. Ihr wird eines Tages aller Voraussicht nach ihr erstgeborener Sohn Kronprinz Frederik auf den Thron folgen.

Auch Frederik hat bereits königliche Nachfolger. Mit seiner Ehefrau Kronprinzessin Mary hat er zwei Söhne und zwei Töchter. Prinz Christian wurde 2005 geboren und wird nach der Krönung seines Vaters Kronprinz werden. Seine jüngeren Geschwister sind Prinzessin Isabella und die Zwillinge Prinz Vincent und Prinzessin Josephine. 

Margrethe II. von Dänemark mit ihrem Sohn Kronprinz Frederik, dessen Frau Mary und deren Kindern Prinz Christian, Prinzessin Isabelle, Prinz Vincent und Prinzessin Josephine.
Margrethe II. ist die erste regierende Königin Dänemarks. Kronprinz Frederik wird ihr auf den Thron folgen.  © IMAGO / PPE

Prinz Joachim, der zweite Sohn von Königin Margrethe II., ist ebenfalls Vater von vier Kindern. Mit seiner Ex-Frau Alexandra, Gräfin von Frederiksborg, hat er die Söhne Prinz Nikolai und Prinz Felix. Das Sorgerecht teilt sich das 2005 geschiedene Paar und obwohl die Söhne größtenteils bei ihrer Mutter aufwuchsen, gehören sie fest zum Königshaus und stehen aktuell an siebter und achter Stelle der Thronfolge. Mit seiner jetzigen Ehefrau Prinzessin Marie hat Joachim zwei weitere Kinder: Prinz Henrik kam 2009 zur Welt und 2011 folgte Prinzessin Athena, die erste Tochter von Joachim. 

Neben dieser Hauptfamilie gehören auch noch die Schwestern von Königin Margrethe II. zum dänischen Königshaus. Prinzessin Benedikte ist vier Jahre jünger als die Königin und Prinzessin Anne-Marie ist die jüngste der drei Schwestern. Bis zur Auflösung der Monarchie in Griechenland im Jahr 1974 war Anne-Marie durch ihre Ehe mit dem ehemaligen König Konstantin II. Königin von Griechenland.

Zur königlichen Familie von Dänemark gehörte auch Prinz Henrik, der Ehemann von Königin Margrethe II., den sie 1967 geheiratet hatte. Im Februar 2018 verstarb der Prinz auf Schloss Fredensborg auf der dänischen Insel Seeland.

Die dänische Königsfamilie: So beliebt sind die Royals bei ihrem Volk

Bei den sechs Millionen Dänen ist die Königsfamilie sehr beliebt, was nicht zuletzt daran liegt, dass sich die Monarchie in Dänemark den modernen Werten der Bevölkerung angepasst hat und diese auch teilt. Die Royals des kleinen skandinavischen Landes engagieren sich für wohltätige Zwecke und haben einen guten Draht zu ihrem Volk, sind nicht berührungsscheu und gehen auch heikle Problematiken an.

Kronprinzessin Mary zum Beispiel setzt sich seit Jahren gegen häusliche Gewalt ein, unterstützt Flüchtlinge, arbeitet unter anderem für die World Health Organization (WHO) und gründete 2007 ihre eigene Stiftung, die sozial benachteiligten Menschen hilft. Für ihr Engagement bekam sie 2014 den Ehrenbambi in der Kategorie „Charity“ verliehen. Auch Kronprinz Frederik ist angesehen beim Volk und wurde in Meinungsumfragen schon mehrfach zum „Dänen des Jahres“ gewählt.

Besonders wichtig ist es der königlichen Familie, mit dem Volk eng in Kontakt zu bleiben. Aus diesem Grund bespielt das Königshaus nicht nur seine offizielle Webseite mit aktuellen Informationen rund um den Königshof und die Aktivitäten der Royals, sondern ist auch in den sozialen Medien vertreten. Auf Facebook und Instagram gibt es offizielle Accounts der Königsfamilie, auf denen es neben Neuigkeiten des Hofes auch den ein oder anderen netten Schnappschuss zu sehen gibt. Besonders die acht Enkelkinder der Königin sind dort häufig zu finden. Zum Beispiel zu Geburtstagen der Prinzen und Prinzessinnen werden regelmäßig neue Bilder und Porträtfotos mit den Followern geteilt.

Die dänische Königsfamilie: Das Staatssystem und die Funktion der Königin

Das Staatssystem in Dänemark ist eine parlamentarische Monarchie. Das bedeutet, dass es zwar noch ein Königshaus sowie Prinzen und Prinzessinnen gibt und die Königin das offizielle Staatsoberhaupt ist, politisch regiert wird das Land aber von einem demokratisch gewählten Parlament.

Königin Margrethe II. und ihre Nachkommen sind demnach nur noch in repräsentativen Funktionen tätig. Seit 1953 ist das parlamentarische Regierungsprinzip im Grundgesetz Dänemarks festgelegt und war bereits die Norm, als Margrethe 1972 Königin wurde. Durch diese Verfassungsreform war es Margrethe überhaupt erst möglich Königin zu werden, denn bis dato waren Frauen vom Thronfolgerecht ausgeschlossen. 

Zu den Aufgaben der Königin zählen vor allem repräsentative Termine und Auslandsbesuche, insbesondere in Grönland und auf den Färöern. Sie empfängt außerdem Staatsgäste aus dem Ausland. Zum Silvesterabend gibt es eine jährliche Neujahrsansprache, die die Monarchin per Live-Übertragung aus dem Schloss Amalienborg an ihr Volk sendet.

Das dänische Parlament, das „Folketing“, macht hingegen die Gesetze. Die ausführende politische Gewalt liegt beim Kabinett, dem wiederum der Ministerpräsident, der „Statsminister“, vorsteht. Dieser wird von den politischen Parteien ausgewählt, darf im Parlament keine Mehrheit gegen sich haben und wird danach vom Monarchen offiziell ernannt. 

Da Königin Margrethe II. aber dennoch das Staatsoberhaupt Dänemarks ist, muss jedes neu verabschiedete Gesetz von ihr unterzeichnet werden. Sie wird vom Ministerpräsidenten und vom Außenminister regelmäßig über die politischen Vorkommnisse in Kenntnis gesetzt, hat allerdings keinen Einfluss und keine Entscheidungsgewalt in diesen Belangen. Politisch muss sie also zu jeder Zeit neutral bleiben und darf nicht öffentlich Stellung beziehen.

Die dänische Königsfamilie: So funktioniert die Thronfolge

Königin Margrethe II. ist die erste regierende Königin in der Geschichte Dänemarks. Natürlich hatte das Land auch zuvor schon Königinnen, allerdings immer an der Seite eines regierenden Königs. Seit der Verfassungsreform von 1953 haben sich aber die Möglichkeiten für weibliche Nachkommen des Königshauses geändert und auch Prinzessinnen können allein zur Königin werden – ohne dafür einen König als Ehemann haben zu müssen.

Als der Vater von Margrethe, König Frederik IX., 1947 auf den Thron kam, stand noch sein Bruder, Kronprinz Knut von Dänemark, in der Thronfolge an erster Stelle. Die Gesetzesreform von 1953 änderte das. Ab diesem Zeitpunkt sah das Gesetz vor, dass ein männlicher Nachkomme des Königs zwar Vorrang auf den Thron hat, aber auch eine Prinzessin Königin werden kann. Da Margrethe nur zwei jüngere Schwestern und keinen Bruder hat, wurde sie im Alter von 13 Jahren zur Kronprinzessin. 

In der Thronfolge an erster Stelle steht aktuell Margrethes erstgeborener Sohn Kronprinz Frederik. Auf den Stellen zwei bis fünf der Thronfolge reihen sich die vier Kinder von Frederik und seiner Ehefrau Kronprinzessin Mary ein: Prinz Christian, Prinzessin Isabella, Prinz Vincent und Prinzessin Josephine. Danach folgt Kronprinz Frederiks Bruder Prinz Joachim an sechster Stelle und nach ihm seine vier Kinder. Wenn ein neuer König den Thron übernimmt, rücken die anderen Royals in der Thronfolge nach.

Es sind allerdings nur jene Kinder erbberechtigt, die in einer gesetzlichen Ehe geboren worden sind. Einer Eheschließung eines Prinzen oder einer Prinzessin müssen sowohl König oder Königin als auch die dänische Regierung zustimmen. Auch mit der Heirat eines Königs oder einer Königin muss die Regierung einverstanden sein. Wenn ein Mitglied der Königsfamilie ohne Zustimmung von König und Regierung heiratet, verliert es – und all seine Nachkommen – das Thronfolgerecht.

Im Jahr 2009 wurde das Gesetz erneut geändert und durch ein Referendum vom Volk beschlossen. Von nun an sind in Dänemark Prinzen und Prinzessinnen in der Erbfolge gleichberechtigt und es wird nicht mehr automatisch ein männlicher Nachkomme vorgezogen. Da Königin Margrethe II. allerdings zwei Söhne hat und auch Kronprinz Frederiks erstgeborenes Kind ein Junge ist, wird es nach Margrethe wohl trotzdem erstmal keine weitere regierende Königin in Dänemark geben.

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