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Prinzessin Diana: US-Anwalt ersteigert ihr „Schandrad“ für 50.000 Euro

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Von: Annemarie Göbbel

Nach ihrer Verlobung mit Prinz Charles verkaufte Diana ihr blaues Fahrrad, obwohl sie es liebte. Ein US-Anwalt hat es für teures Geld ersteigert und hat Seltsames vor.

Update vom 11. Mai, 10:55 Uhr: Der Handel mit royale Erinnerungsstücken treibt mitunter seltsame Blüten. Obwohl seitens des Auktionshauses keine Angaben zum Käufer von Dianas „Schandrad“ gemacht wurden, sickerte jetzt laut britischer Medien durch, wer der Radkäufer ist und was er mit Dianas geliebtem Retro Bike vorhat.

Barry Glazer (76), Anwalt für Arzthaftungsrecht, hat zwar selbst noch nie einen Fuß auf die britische Insel gesetzt, findet laut der „Sunday Times“ die „England-Liebe“ vieler US-Amerikaner aber „unverständlich“.

Trotzdem soll Prinzessin Dianas altes Rad mit bewegter Vergangenheit nun scheinbar in die Vereinigten Staaten verschifft und ein Museumsexponat in Baltimore werden. Es symbolisiere für Glazer laut Times „die weiße Vorherrschaft und das rassistische System, auf dem das Königtum basiert“. Dieses Statement ist ihm offenbar über 50.000 Euro als Auktionspreis wert – Shipping, Miete und laufende Kosten des Museumsbetriebs exklusive.

Böse Zungen behaupten, er sei hauptsächlich an der Eigenwerbung interessiert. Glazers Facebook-Auftritt und bisherige Werbeinitiativen könnte man jedenfalls in diese Richtung deuten. Sie sind nicht gerade zurückhaltender Natur.

Update vom 2. Mai, 14:46 Uhr: Das blaue Fahrrad mit dem einst Prinzessin Diana (36, † 1997) durch London kurvte, hat bei der Versteigerung 44.000 britische Pfund (knapp über 50.000 Euro) erzielt.

Am 28. April war das Rad, das Diana als Unverheiratete in London fuhr, war mit hohen Erwartungen an die Summe in die Versteigerung gegangen. Das Auktionshaus Burstow & Hewett konnte trotz der übertroffenen Erwartungen keine näheren Angaben zum Käufer machen.

Dem Rad kam aus Expertensicht Symbolcharakter zu, da Diana oft auf dem Weg zu ihrer früheren Arbeitsstätte in Pimlico als Kindergärtnerin fotografiert worden war, nachdem die Verlobung mit Prinz Charles (72) bekannt gegeben wurde.

Erstmeldung vom 26. April, 10:22 Uhr: Kensington – Als die spätere Prinzessin Diana (36, † 1997) noch als Kindermädchen arbeitete, cruiste sie mit ihrem blauen Raleigh Traveller aus den 70er Jahren unbeschwert durch den Londoner Stadtteil Kensington. Damit war Schluss, als sie sich 1981 mit Prinz Charles (72) verlobte. Denn kurz nach der Verlobung geriet das Rad in die Schlagzeilen. Königliche Berater fanden Radausflüge unangemessen für die künftige Princess of Wales. Das Bike ging als „Schandrad“ in die Memoiren ein und bedeuteten für Diana eine Vorahnung auf die Beschränkung ihrer Freiheit als Mitglied der königlichen Familie.

Prinzessin Diana: Ihr „Shame Bike“ wird versteigert

Dianas Rad wurde zum Symbol der Unterdrückung durch das englische Königshaus, weil sie sich genötigt sah, einen geliebten Gegenstand aufzugeben. Sie verkaufte es 1981 nach dem Aufruhr in der Presse an Gerald Stonehill, dem Vater eines Freundes. Dem Rad liegt bei der anstehenden Auktion ein gerahmter Brief von Mr. Stonehill bei. Ihm ist zu entnehmen, dass Diana hoffte, das Rad heimlich loszuwerden, aus Angst, eine erneute Schlagzeile sei „unvereinbar mit ihrem zukünftigen Status“.

Prinzessin Diana: Parallelen zu Meghan, der Herzogin von Sussex

Schnell lassen sich auch Bezüge zum aktuellen Geschehen um Meghan (39) und Harry (36) herstellen, die sie als Herzogspaar von Sussex im Interview mit Oprah Winfrey (67) darlegten. Nur leidet Prinzessin Dianas Sohn mit seiner Frau nicht im Stillen, sondern wagte den Schritt in die Öffentlichkeit.

Großbritannien, Scilly Isles: Die königliche Familie mit ihren Söhne Prinz Harry und Prinz William unternehmen eine Fahrrad-Tour während ihres Urlaubs im Jahre 1989

Im Urlaub 1989 auf Scilly Isles war eine Radtour mit Dianas Familie kein Bruch der Etikette © dpa | Pa

Prinzessin Diana: „Schandrad“ lässt alte Emotion aufsteigen

Das Fahrrad, das jetzt die Gemüter bewegt, war wie neu, denn Mr. Stonehill lagerte es 27 Jahre in einer Garage, bevor er es 2008 plötzlich für nur 211 britische Pfund (etwa 245 Euro) verkaufte. Sogar der Originalbrief dieses Verkaufs liegt dem Dreigang-Rad bei. Über die letzten Besitzer von Lady Dianas altem Rad ist nichts bekannt. Zuletzt wurde es aber 2018 für 9.200 britische Pfund (umgerechnet etwa 10.700 Euro) weiterverkauft und soll nun versteigert werden. Das Auktionshaus Burstow and Hewett in Sussex kann sich vermutlich auf viele Zuschauer und Bieter gefasst machen, wenn das Rad noch im April online einen neuen Besitzer finden wird.

Prinzessin Diana: Versteigerung ihres Fahrrads am 28. April

Ein Zeitungsausschnitt liegt dem Auktionspaket bei. In einem frühen Interview berichtet Diana darin, damals verlobt mit Prinz Charles sie hätte ihr Rad am Geländer ihrer Londoner Wohnung angekettet stehen lassen und wie irritiert sie gewesen sei, als ein Rad des Fahrrads gestohlen wurde. Das Zeitdokument kommt zusammen mit dem Velo und dem gerahmten Brief von Mr. Stonehill unter den Hammer.

Am 28. April wird Lady Dianas blaue Retro-Rad bei Burstow und Hewett um 10.00 Uhr virtuell an den Meistbietenden versteigert. Die Erwartungen liegen bei einem Preis von 20.000 britischen Pfund (umgerechnet 23.000 Euro).

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