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Trotz Ungnade-Status: Prinz Andrew drängelt sich zurück in die Öffentlichkeit

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Von: Annemarie Göbbel

Als Großkreuzritter nahm Prinz Andrew an königlichen Feierlichkeiten neben König Charles und seien Geschwistern teil – ohne Einladung. Ein Skandal.

Windsor – Prinz Andrew (63) hat in den letzten Jahren an einer Hand abzählbare öffentliche Auftritte absolviert, nachdem er aufgrund von Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs – vehement von ihm bestritten – von seinen königlichen Ämtern entbunden wurde. Unter anderem nahm er an der Beerdigung seiner Eltern Prinz Philip (99, † 2021) und Queen Elizabeth II. (96, † 2022) teil, war aber auch beim Weihnachtsgottesdienst im vergangenen Dezember mit der royalen Familie um König Charles III. (74) zu sehen. Jetzt mogelte er sich erstmals wieder im Rahmen eines Gottesdienstes mit anschließendem Abendessen als Royal unter die 600 geladenen Gäste.

Andrew war nicht offiziel zur Feier als Großkreuzritter des Viktorianischen Ordens eingeladen

Auf Schloss Windsor fanden die Feierlichkeiten in der St. George‘s Chapel für den Royal Victorian Order statt. Laut The Sun gesellte sich der Herzog von York zu König Charles, Prinzessin Anne (72), ihrem Ehemann, Vizeadmiral Sir Tim Laurence (68), sowie dem Herzog (59) und der Herzogin von Edinburgh (58), obwohl er offenbar nicht auf dem Hofrundschreiben aufgeführt war. Andrew wurde zwar 2011 zum Großkreuzritter des Königlichen Viktorianischen Ordens ernannt, doch fanden es einige unpassend, Andrew im „Königsgewand“ als Royal zu sehen. Wurde der verstoßene Andrew zurecht angeklagt?

Ein Skandal für den ehemaligen Abgeordnete Norman Baker (65), Mitglied des Privy Council. Er beklagte: „Prinz Andrew tut alles, um sich zurück ins öffentliche Leben zu mogeln. Man erlaubt ihm einfach, sich für einen Tag als König zu verkleiden, obwohl er eigentlich eine lange Schweigefrist absitzen sollte“. Ingrid Seward von der Zeitschrift Majesty sagte hingegen: „Er ist ein Mitglied, also könnten sie ihn wahrscheinlich nicht daran hindern, selbst wenn sie es wollten.“

Royal Victorian Order – der britische Hausorden von Königin Victoria

Der Royal Victorian Order (deutsch: Königlicher Victorianischer Orden) ist ein britischer Hausorden, der am 21. April 1896 durch Königin Victoria (81, †1901) gestiftet wurde und mit dem Personen ausgezeichnet werden, die britischen Monarchen oder einem Mitglied der königlichen Familie persönlich gedient haben. Dies sind zumeist Mitglieder des königlichen Haushalts und Hofstaates, aber auch Familienmitglieder, Angehörige der Streitkräfte und britische Diplomaten, die einen Staatsbesuch organisiert haben.

Anders als die meisten anderen Orden und Ehrenzeichen des Vereinigten Königreichs wird der Royal Victorian Order nicht aufgrund einer Nominierung durch den Premierminister vergeben, sondern das Recht zur Vergabe obliegt ausschließlich dem regierenden Monarchen.

Ordenstag ist der 20. Juni, der Tag der Thronbesteigung von Königin Victoria, sein Motto lautet Victoria (lateinisch für „Sieg“). In der Rangfolge der Orden und Ehrenzeichen des Vereinigten Königreichs steht der Royal Victorian Order an sechster Stelle.

Verwendete Quelle: Wikipedia

„Prinz Andrew tut alles, um sich zurück ins öffentliche Leben zu mogeln“

Der in Ungnade gefallene Herzog von York musste sich im November 2019 von seinen öffentlichen Ämtern zurückziehen, nachdem er in einem Fernsehinterview mit BBC Newsnight seine Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein (66, † 2019) thematisiert hatte. Vor der Klage in den USA entzog die Königin Andrew seine militärischen Ehrenämter, auch durfte er die Anrede „Seine Königliche Hoheit“ in keiner offiziellen Funktion mehr verwenden.

Die royalen Geschwister König Charles III., Prinzessin Anne und Prinz Edward nahmen den in Ungnade gefallenen Prinz Andrew unter ihre Fittiche. Er durfte mit zur Windsor-Feier mit 600 Gästen (Fotomontage).
Die royalen Geschwister König Charles III., Prinzessin Anne und Prinz Edward nahmen den in Ungnade gefallenen Prinz Andrew unter ihre Fittiche. Er durfte mit zur Windsor-Feier mit 600 Gästen (Fotomontage). © Peter Byrne/dpa & PPE/Imago

Im Februar 2022 einigte sich der zweitgeborene Sohn der Queen sich außergerichtlich mit Virginia Giuffre (39), nachdem sie ihn verklagt hatte und angegeben hatte, als Minderjährige von Epstein zum Sex in drei Fällen mit dem Königssohn gezwungen worden zu sein. Danach wurde es etwas stiller um den zweifachen Vater zweiter erwachsener Töchter. Andrew mied die Öffentlichkeit, ritt aus und kümmerte sich nach dem Tod seiner Mutter um deren Corgis. Trotz der Aufforderung des Königs die Royal Lodge, sein Anwesen neben Schloss Windsor zu verlassen, bleib Andrew mit seiner geschiedenen Ehefrau Sarah Ferguson (63) dort wohnen. Verwendete Quellen: thesun.co.uk, hellomagazin.com

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