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Der Koh-i-Noor: Wissenswertes über den Wert, die Legende und die Eigentumsrechte

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Von: Eva-Maria Moosmüller

Alle Infos zur Geschichte, zum Wert, zum Einsatz und zu den Eigentumsrechten des hochkarätigen Diamanten der britischen Kronjuwelen, der die Krone der Königin Elizabeth schmückt.

London – Im Stadtbezirk London Borough of Tower Hamlets, im Tower von London, werden die Kronjuwelen des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Irland aufbewahrt. Auch die Krone der Königin Elizabeth (101, † 2002) mit dem legendären Diamanten Koh-i-Noor befindet sich hier, wenn sie nicht bei offiziellen Anlässen zum Einsatz kommt. Während der Tower seit 1303 als Aufbewahrungsort dient, wechselt der entsprechende Raum, das sogenannte Jewel House, von Zeit zu Zeit. Seit 1967 ist die Krone in den Waterloo Barracks untergebracht.

Der Koh-i-Noor: Einer der wertvollsten Diamanten der Welt

Beim Koh-i-Noor, persisch für „Berg des Lichts“, handelt es sich um einen Diamanten mit einer bewegten Geschichte, um den sich zahlreiche Legenden ranken. Er befindet sich im Besitz des englischen Königshauses und gehört als Schmuckstück an der Krone der Königin Elizabeth, der späteren „Queen Mum“, zu den Kronjuwelen des Vereinigten Königreichs. Nach einer Legende ist der Koh-i-Noor mit einem Fluch belegt. Da der Diamant seinen männlichen Besitzern Unglück brachte, verfügte Königin Victoria (81, † 1901) in ihrem Testament, dass er nur von Frauen getragen werden dürfe.

Auf der Krone nimmt der Koh-i-Noor einen zentralen Platz auf der Vorderseite ein. Er sitzt oberhalb des perlengesäumten Reifs auf einem Tatzenkreuz, zwischen zwei heraldischen Lilien.

Die Krone der Königinmutter in Nahaufnahme

Bei ihrer Beerdigung schmückte Königin Elizabeths Krone mit dem Koh-i-Noor ihren Sarg. © dpa / Michael Crabtree

Der Koh-i-Noor: Die Geschichte des Diamanten

Die genaue Herkunft des Koh-i-Noor ist unbekannt. Er tauchte erstmals in der Geschichte auf, als ihn der Sultan Ala ud-Din Khalji 1304 dem Kahn von Malwa entwendete. Anschließend schmückte er als einer von 26.733 Edelsteinen den Pfauenthron, einen mit Blattgold überzogenen Thronsessel in Delhi. 1739 kam er durch eine List in den Besitz von Nadir Schah von Persien (58, † 1747). Der Schah wurde ermordet und der Diamant landete in die Schatzkammer von Punjab.

1849 ging er während der Sikh-Kriege in das Eigentum der Britischen Ostindien-Kompanie über. Sie überreichte den Koh-i-Noor 1850 der britischen Königin Victoria, die ihn neu schleifen ließ. 1911 kam er bei der Krönung von Königin Mary (85, † 1953) als zentraler Stein ihrer Krone zum Einsatz. 1937 arbeitete ihn der Hofjuwelier Garrard & Co. in die Krone für Elizabeth Bowes-Lyon, Mutter von Queen Elizabeth II. (94), ein.

Der Koh-i-Noor: Wert und Eigentumsrechte des „Berg des Lichts“

Der geschätzte Wert des Koh-i-Noor oder „Berg des Lichts“ liegt bei 140 Millionen Euro. Er beruht auf seinem Gewicht in Karat, seiner außerordentlichen Reinheit, seiner hohen Farbgüte und seinem brillanten Schliff. Die vier Kriterien sind detailliert in den 4C für Color, Clarity, Cut und Carat aufgeschlüsselt. Der Hochkaräter zählt zu den berühmten Preziosen der britischen Kronjuwelen, doch immer wieder flammt ein Streit um seine Eigentumsrechte auf. Zuletzt meldete Indien juristische Ansprüche auf den Diamanten an, der seit mehr als acht Jahrzehnten die Krone der Königinmutter ziert.

Am 18. April 2016 wies der Generalstaatsanwalt Ranjit Kumar des Obersten Gerichts in Delhi diese Ansprüche zurück. Er kam zu dem Entschluss, dass die Kolonialmacht Großbritannien den Koh-i-Noor im 19. Jahrhundert weder entwendet noch gewaltsam in ihren Besitz gebracht habe. Nun setzt das indische Kulturministerium auf eine freiwillige Herausgabe des wertvollen Edelsteins seitens der Briten. Denn das britische Königshaus darf nur auf Rat der Regierung über seinen Verbleib entscheiden. Seit 1995 verweigerten jedoch alle amtierenden Premierminister die Herausgabe des Diamanten.

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