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Prinz Philip: Warum war er nie König an der Seite der Queen?

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Von: Annemarie Göbbel

Er war mit einer Königin verheiratet und blieb doch stets ein Prinzgemahl. Es gibt einen Grund, warum Philip nie den Titel „König“ tragen durfte.

Windsor – Ein Prinzgemahl, so sagt es die Definition, ist der Ehemann einer regierenden Monarchin und ist offiziell mit „Königliche Hoheit“ anzusprechen. Das Protokoll sieht vor, dass ein König den höheren Rang als eine Königin belegt, deshalb kann der Ehemann einer Regentin nicht König sein. Umgekehrt kann die Ehefrau eines Regenten aber durchaus den Titel Königin führen.

Das Recht den Titel der Königin zu führen, bedeutet allerdings nicht automatisch das Recht, das Land zu regieren. Auch die Aufgaben und Rechte des Prinzgemahls sind ausdrücklich festgelegt.

Prinz Philip: Warum war er nie König an der Seite der Queen?

Prinz Philip (99, † 2021) stellte durch seine Heirat mit Queen Elizabeth II. (94) sein Leben in den Dienst des Königreiches und nahm repräsentative Aufgaben wahr. Vor allem aber hatte er durch Zeugung des Nachwuchses den Fortbestand der Dynastie in der Monarchie zu sichern. Eine eigene Profilierung war nur in engen Grenzen und in Abstimmung mit dem Königshaus möglich, weshalb seine militärische Karriere ein frühes Ende nahm. 

Prinz Philip: Die Thronfolge entschied über sein Schicksal

Da König George VI. (56, † 1952), der Vater von Queen Elizabeth II., keine Söhne hatte, wurde seine erstgeborene Tochter Großbritanniens Staatsoberhaupt. Der Titel „König“ hätte Elizabeths Ehemann in der Rangfolge über die Königin gestellt. Daher musste Philip der Prinzgemahl bleiben.

Prinz Philip traegt seine Uniform und salutiert.

Der ewige Prinzgemahl: Warum trug Prinz Philip niemals den Titel eines Königs? ©  dpa /Karel Prinsloo

Prinz Philip: Trotz Modernisierung waren seine Aufgaben definiert

Im Oktober 2011 einigten sich die Commonwealth-Staaten darauf, die Thronfolgeregelung zu modernisieren und das männliche Erstgeburtsrecht abzuschaffen. Zur Gleichstellung der künftigen Ehepartner und damit das Recht zum König gekrönt zu werden, kam es aber nicht. Im Gegenteil: Laut Protokoll hatte Philip immer ein paar Schritte hinter seiner Königin zu gehen.

Prinz Philip: Ein Blick in die Geschichte klärt die Titelfrage

Weil es in der Vergangenheit mehr Könige als Königinnen gegeben hat, ist der Titel des Gemahls der Königin nicht wirklich festgelegt. Georg V. (70, † 1936), der Mann von Queen Mary (85, † 1953), trug den Titel „King Consort“, während der Gatte von Queen Victoria (81, † 1901) „Prince Consort“ genannt wurde. Das „Consort“ entspricht dem Titel „Royal Consort“ und bezeichnet ganz einfach den Ehepartner des Monarchen.

Prinz Philip: Er musste seine Titel aufgeben

Als sich Elizabeth und Philip kennenlernten, lag die Regentschaft noch in weiter Ferne, Elizabeth war damals Prinzessin und die beiden waren mit sich und ihrer Liebe beschäftigt. Bei der Hochzeit im Jahr 1947 legte Philip, der als Prinz Philip von Griechenland und Dänemark geboren wurde, seine bisherigen Titel ab und war fortan der Duke of Edinburgh.

Der frühe Tod von König George VI., machte Elizabeth mit nur 25 Jahren zur Königin. 1957 ließ sie ihren Gatten zum Prinzen ernennen. Die vollständige Anrede des Prinzgemahls lautet seitdem: „His Royal Highness The Prince Philip, Duke of Edinburgh“. Er blieb – trotz seiner unersetzlichen Leistungen für Königin und Königreich – stets ihr Untertan.

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