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Prinz William und Prinz Harry: Wütend über BBC-Manipulation ihrer Mutter

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Von: Annemarie Göbbel

Prinz Williams und Prinz Harrys verurteilen die BBC-Praktiken scharf, die zur Manipulation des Skandal-Interviews mit Prinzessin Diana führten.

London – Die jetzt veröffentlichten Ergebnisse der Untersuchung der Umstände, unter denen das Panorama Skandalinterview 1995 mit Prinzessin Diana (36, † 1997) geführt wurde, decken einen jahrzehntelang vertuschten viel größeren Skandal auf.

Prinzessin Diana wurden gefälschte Dokumente – Kontoauszüge und ein Abtreibungsbericht – vorgelegt, die sie dazu bringen sollten, die Beziehung zu Prinz Charles (72) offenzulegen. Mit unveränderbaren Folgen. Die BBC feierte mit dem Interview jahrelang ihren Erfolg, die Beziehung Dianas ging in die Brüche. Sie starb mit nur 36 Jahren auf der Flucht vor Reportern, ihre Söhne leiden bis heute unter den traumatischen Ereignissen. Niemand kann wissen, wie viel Einfluss das kalkulierte Aufwiegeln zu diesen Entwicklungen beigetragen hat.

Prinzessin Dianas Söhne haben sich jetzt in starken Statements zu den Ergebnissen geäußert.

Prinz William und Prinz Harry: Wütend über BBC-Manipulation ihrer Mutter

Prinz William (38) trat gestern vor die Kamera und teilte sein Statement und seine Forderungen auf seinem Instagram-Kanal mit. Seine Worte (in voller Länge) treffen mitten ins Herz:

„Ich möchte Lord Dyson und seinem Team gerne für ihre Untersuchungen danken. Es ist schön zu sehen, dass die BBC alle Untersuchungsergebnisse anerkennt – sie sind extrem besorgniserregend. So haben BBC Mitarbeiter:

In meinen Augen war es die betrügerische Art und Weise, wie das Interview entstanden ist, die meine Mutter das sagen ließ, was sie sagte. Das Interview trug maßgeblich dazu bei, die Beziehung meiner Eltern zu verschlechtern und hat damals unzählige andere verletzt. Es erfüllt mich mit unbeschreiblicher Trauer, zu wissen, dass das Versagen der BBC erheblich zu ihrer Angst, Paranoia und Isolation beigetragen hat, an die ich mich aus den letzten Jahren mit ihr erinnere. Aber was mich am traurigsten macht, ist, dass meine Mutter gewusst hätte, wie sie getäuscht wurde, wenn die BBC die Beschwerden und Bedenken, die bereits 1995 geäußert wurden, richtig ernst genommen und nachverfolgt hätte.

Prinz William, Prinz Harry und Prinz Charles stehen bei der Trauerfeier Prinzessin Dianas nebeneinander.

Am 6.9.1997 zieht der Trauerzug Prinzessin Dianas an ihren Söhnen und Prinz Charles in London vorbei. Lady Di verstarb am 31.8.1997 bei einem schrecklichen Autounfall. © Adam Butler/dpa

Ihr wurde Unrecht getan, nicht nur von einem heimtückischen Reporter, sondern von den Chefs der BBC, die weggeschaut haben, statt sich unangenehmen Fragen zu stellen. Meiner Meinung nach gibt es keine Legitimation für dieses Interview und es sollte nie wieder ausgestrahlt werden. Es hat wirksam eine falsche Geschichte etabliert, die ein Vierteljahrhundert lang durch die BBC und andere kommerzialisiert wurde. Dieses falsche Narrativ muss nun von der BBC und allen, die jemals darüber berichtet haben oder berichten werden, korrigiert werden. Nie waren Rundfunkanstalten und Pressefreiheit wichtiger, als in der Zeit von Fake News. Die Ergebnisse der Ermittlungen, die von Investigativjournalisten herausgefunden wurden, haben nicht nur meine Mutter und meine Familie im Stich gelassen. Sie ließen auch die Öffentlichkeit im Stich.“

Obwohl die Prinzen-Brüder sich derzeit nicht mal auf eine gemeinsame Ansprache für die geplante Enthüllung einer Diana-Statue einigen können, sprachen sie jetzt wie mit einer Stimme.

Prinz Harry: Seine Sichtweise auf die explosiven Ergebnisse

Prinz Harry (36) verfasste eine eigene Erklärung und begann mit einer Hommage an seine verstorbene Mutter.

„Unsere Mutter war eine unglaubliche Frau, die ihr Leben dem Dienst gewidmet hat. Sie war unverwüstlich, mutig und unbestreitbar ehrlich. Der Welleneffekt einer Kultur der Ausbeutung und unethischer Praktiken hat ihr letztendlich das Leben genommen.“

Der Herzog von Sussex dankte laut britischem Hello! Magazin denjenigen, die „in irgendeiner Form Verantwortung übernommen“ hätten, sagte aber, er sei „zutiefst“ besorgt, dass ähnliche Praktiken auch heute noch „weit verbreitet“ seien.

Harry bezeichnet die Aufklärung als „ersten Schritt Richtung Gerechtigkeit und Wahrheit“. Was ihn aber sehr belastet, sei die Tatsache, dass „solche Praktiken auch heute noch weit verbreitet“ seien: „Unsere Mutter hat dadurch ihr Leben verloren und nichts hat sich geändert. Indem wir ihr Erbe schützen, schützen wir alle und bewahren die Würde, mit der sie ihr Leben gelebt hat. Erinnern wir uns, wer sie war und wofür sie stand.“

Prinz William und Prinz Harry: Wer steckt hinter der Untersuchung?

Prinzessin Dianas Bruder, Charles Spencer (57), hat vergangenen Donnerstag auf das Ergebnis der Ermittlungen reagiert. In einem Post auf Twitter sagte er: „Ich möchte dem TV-Journalisten Andy Webb (dem Regisseur der Channel 4 Dokumentation: „Diana: The Truth Behind The Interview“ von 2020, dt. „Die Wahrheit hinter dem Interview“) für seine unermüdliche Professionalität danken, mit der er den Bashir-Panorama-BBC-Skandal ans Licht gebracht hat. Hätte er diese Geschichte nicht weit über ein Jahrzehnt verfolgt und seine Erkenntnisse im vergangenen Oktober mit mir geteilt, wären die heutigen Ergebnisse nicht aufgetaucht.“

Die Untersuchung war im vergangenen Jahr eingeleitet worden, nachdem Earl Spencer behauptet hatte, der Journalist Martin Bashir (58) habe ihm gefälschte Finanzdokumente gezeigt, die den Zugang zur Prinzessin sicherstellen sollten. Die Untersuchung wurde durchgeführt, um zu entscheiden, ob die von der BBC und Herrn Bashir unternommenen Schritte angemessen waren und inwieweit diese Maßnahmen Dianas Entscheidung, ein Interview zu geben, beeinflusst haben.

Angesichts der Enthüllungen entschuldigte sich die BBC. Es handle sich um „inakzeptable Fehler“ und es sei „äußerst bedauerlich“, dass es 25 Jahre gedauert hätte, bis diese Fehler ans Licht kamen. Über rechtliche Schritte ist bisher nichts bekannt.

Die geplante Netflix-Adaption des Skandalinterviews wird vermutlich abgesagt werden.

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