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Queen begrüßt neue Premierministerin Liz Trust erstmals in Schottland im Amt

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Von: Annemarie Göbbel

In ihrer 70-jährigen Regentschaft hat Queen Elizabeth II. den neuen Premierminister nur zweimal nicht in London begrüßt. Die traditionelle Begrüßungszeremonie durch Ihre Majestät fand deshalb in Schottland statt. Die Gesundheit der Königin hatte diese Änderung nötig gemacht.

Update vom 6. September, 14:40 Uhr: Aberdeenshire – Queen Elizabeth II. hat auf Balmoral die neue Premierministerin Liz Truss (47) per traditionellem Handschlag im Amt begrüßt. Damit hat Großbritannien offiziell eine Nachfolge für Boris Johnson, der sich – ebenfalls in Schottland befindlich – von der Königin verabschieden wird.

Erstmeldung vom 3. Septemer, 9:28 Uhr Aberdeenshire – Der Buckingham-Palast bestätigte, dass die 96-jährige Queen Elizabeth II. am 6. September entweder Liz Truss (47) oder Rishi Sunak (42) als Vorsitzende der Konservativen Partei auf Schloss Balmoral empfangen wird, wo sie traditionell zehn Wochen im Sommer verbringt. Der scheidende Premierminister Boris Johnson (58) wird ebenfalls zu einer offiziellen Verabschiedung naTruss oder Sunak werden Nr. 15 auf dem Posten des Premierministers unter Queen Elizabeth II.

Boris Johnson wurde von der Queen ins Amt gesetzt und reist nun für den Abschied nach Schottland. Seine Amtsnachfolge wird ebenfalls in Balmoral und nicht wie er im Buckingham-Palast die „kissing hands“-Zeremonie erleben.
Boris Johnson wurde von der Queen ins Amt gesetzt und reist nun für den Abschied nach Schottland. Seine Amtsnachfolge wird ebenfalls in Balmoral und nicht wie er im Buckingham-Palast die „kissing hands“-Zeremonie erleben. © Tayfun Salci/Imago & Sven Simon/Imago

Aus Palastkreisen hieß es, dass die Entscheidung für das Refugium in Schottland getroffen wurde, um Planungssicherheit für Johnson und seine Nachfolge zu gewährleisten. Episodische Mobilitätsprobleme sollten nicht alles in letzter Minute über den Haufen werfen, wenn die Monarchin nach London hätte kommen müssen. Die „Sun“ erfuhr, dass enge Vertraute der betagten Regentin letzte Woche davon abgeraten hatten, die 1.000 Meilen (ca. 1.609 km) lange Rundreise anzutreten. „Entscheidungen werden nicht über Nacht getroffen. Das ist schon seit einer Weile geplant“, so die Quelle.

Auch vor dem Platin-Thronjubiläum der Ausnahmeregentin kam es immer wieder zu gesundheitlichen Tiefs und sogar einem Krankenhausaufenthalt, jedoch überraschte die Königin die Briten immer wieder mit persönlichen Auftritten, bei denen sie etwa einen Gehstock zu Hilfe nahm. Dass nun trotz einiger Wochen Erholung und Zurückgezogenheit in Schottland die gesundheitlichen Probleme andauern, finden viele besorgniserregend.

Boris Johnson kündigte im Juli seinen bevorstehenden Rücktritt an

Die Amtsniederlegung war durch vor allem den COVID-19-Skandal („Partygate“) ausgelöst worden, bei dem festgestellt wurde, dass 16 gesellschaftliche Zusammenkünfte in der Downing Street während eines 20-monatigen Zeitraums von COVID-bedingten Abriegelungen in England auf verschiedenen Ebenen stattgefunden haben.

Seine Amtszeit als Premierminister war gespickt mit Pannen, Kehrtwenden und Skandalen. Boris Johnsons persönlicher Ehrgeiz und sein Charisma waren dennoch eine Mischung, die Wahlen gewinnen konnte und so wird er auch als Mr. Brexit in die Geschichte eingehen. In der Nacht im Juni 2016 fiel die Entscheidung, Europa den Rücken zu kehren – Boris Johnson kam es zu, die schwierige Aufgabe in die Realität umzusetzen.

Die Ernennung des Premiers und die „kissing hands“-Zeremonie ist eine der wichtigsten Aufgaben

gewählten Chef der Konservativen Partei und designierter Premierminister, bei dessen Ankunft am Buckingham-Palast.
Queen Elizabeth II. begrüßte Boris Johnson, den damals neu gewählten Chef der Konservativen Partei und designierter Premierminister, bei dessen Ankunft am Buckingham-Palast. © Victoria Jones/dpa

Zwei Ausnahmen gibt es: Ihren ersten Premierminister, Sir Winston Churchill (90, † 1965) traf die Queen erstmals 1952, als sie nach dem plötzlich Tod ihres Vaters König Georg VI. (56, † 1952) aus dem Flugzeug stieg, das sie von Kenia nach Großbritannien zurückbrachte. Wegen schwerer Krankheit des Tory-Premierministers Harold Macmillan (92, † 1986) nahm sie dessen Rücktritt 1963 im Krankenhaus entgegen. Alle anderen Machthaber wurden von ihr im Buckingham-Palast begrüßt, wobei sie für den Regierungswechsel von Theresa May (65) im Sommer 2019 auf Boris Johnson sogar ihren Urlaub verschob, um Johnson standesgemäß zu begrüßen.

Entweder Frau Truss oder Herr Sunak werden am Montag als Vorsitzende der Konservativen Partei bekannt gegeben. Boris Johnson wird sich am frühen Dienstagmorgen zum letzten Mal als Premierminister an die Nation wenden, bevor er mit seinem Ministerjet zum Flughafen Aberdeen fliegt. Der neue Premierminister wird mit dem offiziellen Flugzeug nach London zurückfliegen und pünktlich um 16 Uhr in der Downing Street eine Rede halten, während Boris Johnson selbst aus Schottland die Rückreise antreten muss. Johnson reichte seinen Rücktritt wegen Partys in der Downing Street ein, für die er sich später bei Queen Elizabeth II. entschuldigte, da sie am Vorabend der Beerdigung des Herzogs von Edinburgh, Prinz Philip (99, † 2021) stattgefunden hatten. Verwendete Quellen: people.com, thesun.co.uk

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