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Schloss Windsor: Alle Infos über Garten, Brand, Zimmer, und Geschichte

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Von: Eva-Maria Moosmüller

Schloss Windsor westlich von London blickt auf eine über tausendjährige Geschichte zurück. Die Anlage am Ufer der Themse ist einer der größten Touristenmagneten Großbritanniens.

London – Schloss Windsor ist die wohl üppigste Zweitwohnung der Welt: Queen Elizabeth II. (94) nutzt den monumentalen Bau bevorzugt an den Wochenenden, während sie wochentags im Buckingham-Palast im Stadtzentrum von London lebt. Windsor Castle gilt als eines der größten und schönsten Schlösser des Landes und blickt auf eine lange bewegte Vergangenheit zurück.

Schloss Windsor und seine Geschichte

Der erste Vorläufer des heutigen Schlosses entstand bereits 1078, kurz nach der Eroberung Englands durch die Normannen. Wilhelm der Eroberer (59, † 1087) ließ auf dem Gelände eine Holzburg errichten. Unter Heinrich III. (65, † 1272)entstanden im 13. Jahrhundert die ersten Befestigungsanlagen, die heute noch zu sehen sind, darunter der Glockenturm (Curfew Tower). Edward III. (64, † 1377) ließ im 14. Jahrhundert ältere Befestigungen abreißen. Während seiner Regierungszeit entstanden unter anderem die erste St. George‘s Chapel und der markante Round Tower im Zentrum von Windsor Castle.

Der frühe Baustil von Schloss Windsor entsprach dem einer mittelalterlichen Verteidigungsanlage. Selbst Königin Elisabeth I. (69, † 1603) bezeichnete die Burg im 16. Jahrhundert noch als sichersten Ort ihres Königreiches. Erst nach dem Ende des englischen Bürgerkriegs und der Restauration 1660 begann der Umbau zu einem modernen, luxuriös ausgestatteten Schloss.

Außenaufnahme von Schloss Windsor

Schloss Windsor hat eine lange, ereignisreiche Geschichte vorzuweisen. © IMAGO / Eibner

Schloss Windsor: Lieblingsort der Königinnen

In den folgenden Jahrhunderten war das weitläufige Schloss Windsor bei den Royals eher unpopulär. Der von geistiger Umnachtung geplagte King George III. (81, † 1820) verbrachte die letzten Jahre seines Lebens mehr oder weniger eingesperrt im Schloss.

Erst als Queen Victoria (81, † 1901) Windsor Castle Mitte des 19. Jahrhunderts zu ihrem liebsten Aufenthaltsort machte, erlebte die Anlage einen Aufschwung mit vielfältigen Modernisierungen und neuer Ausstattung. Queen Mary (85, † 1953), Gattin von George V. (70, † 1936), füllte die Staatsgemächer im frühen 20. Jahrhundert mit wertvollen Gemälden. Ihre Enkelin Queen Elizabeth II. bestimmte das Schloss schließlich zu ihrer Wochenendresidenz. Zusätzlich lebt sie zur Osterzeit einen Monat lang auf Windsor Castle (Easter Court) und im Juni, wenn im benachbarten Ascot die Pferderennen stattfinden.

Schloss Windsor: Der große Brand von 1992

In der Privatkapelle von Queen Elizabeth II. brach am 20. November 1992 ein Feuer aus, nachdem ein Halogenstrahler einen Vorhang entzündet hatte. Der Brand zerstörte neun Staatsgemächer und beschädigte über 100 weitere Räume. Die Renovierungsarbeiten dauerten fünf Jahre und verschlangen rund 37 Millionen Pfund. 70 Prozent davon konnten die Royal Family selbst aufbringen, indem sie erstmals die Staatsgemächer zur Besichtigung öffneten.

Schloss Windsor: Wohnbereiche von Queen Elizabeth II.

Die Wohnbereiche der Royal Family befinden sich im Upper Ward, dem östlichen Teil von Windsor Castle, und sind für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Ist die Königin anwesend, findet auf der Rasenfläche des Upper Ward (The Quadrangle) die tägliche „Changing of the Guard“-Zeremonie statt. Oft wird fälschlicherweise angenommen, dass bei Anwesenheit des regierenden Monarchen die britische Flagge gehisst wird. Diese weht jedoch immer. Ist Queen Elizabeth II. vor Ort, wird die „Royal Standard“-Flagge gehisst, die sich aus den Wappen von England, Schottland und Nordirland zusammensetzt.

Schloss Windsor: Öffentliche Bereiche

Für Besucher zugänglich sind in Schloss Windsor folgende öffentliche Bereiche:

Der private Garten von Queen Elizabeth II. liegt halb verborgen östlich des Upper Ward. Von der Nordterrasse lässt sich ein Blick hineinwerfen. Der weitläufige Park von Windsor Castle steht dagegen jedem offen. Der Long Walk führt über 4,26 Kilometer nach Süden zum (künstlich angelegten) See Virginia Waters an zahlreichen Statuen und Monumenten vorbei.

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