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Kaiser Naruhito von Japan: Alles über seine Familie, das Kaiserhaus und die japanische Thronfolge

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Von: Eva-Maria Moosmüller

Naruhito ist seit der Thronbesteigung am 01. Mai 2019 der 126. Kaiser von Japan. Wissenswertes über sein Leben als Kaiser, als Ehemann und als Privatperson.

Tokio – Kaiser Naruhito wurde am 23. Februar 1960 als erstes Kind von Kaiser Akihito und Kaiserin Michiko (86) in Tokio geboren. Sein Vater – inzwischen emeritierter Kaiser von Japan – war als Kind noch durch Hofbeamte außerhalb des Kaiserpalastes aufgezogen worden. Dass er stets unter der Trennung von den Eltern gelitten hatte, war Grund genug mit alten Traditionen zu brechen und gemeinsam mit seiner Frau Michiko die drei Kinder Naruhito, Kronprinz Fumihito von Akishino und Sayako Kuroda selbst groß zu ziehen.

Kaiser Naruhito von Japan: Seine Ausbildung und sein Leben als Ehemann und Familienvater

Kaiser Naruhito erhielt Privatunterricht und schloss 1982 erfolgreich ein Universitätsstudium in Geschichte ab. Es folgte ein Auslandsstudium an der Universität von Oxford.

Im Oktober 1986 war der damalige Kronprinz anlässlich eines Empfangs erstmals auf die angehende Diplomatin Masako Owada getroffen. Die Beziehung zu ihr war zunächst platonisch geprägt, die daraus resultierende Liebesbeziehung wurde sowohl von Masakos Eltern als auch vom Kaiserlichen Hofamt zunächst strikt abgelehnt. Nach weiteren Treffen folgte dennoch der Antrag und die Verlobung – und am 09. Juni 1993 wurde unter den Augen einer breiten Öffentlichkeit geheiratet. Nach der Hochzeit zog das Paar in den Tōgū-Palast und das gesamte Volk erwartete gespannt die Geburt eines männlichen Thronfolgers.

Kaiser Naruhito von Japan läuft eine Treppe hinunter.
Kaiser Naruhito wird von seinem Volk für sein Traditionsbewusstsein und seine Bescheidenheit geschätzt. © IMAGO / AFLO

Von Jahr zu Jahr wuchs der Druck auf die noch immer kinderlose Masako. Am 01. Dezember 2001 kam schließlich Prinzessin Aiko zur Welt, sie sollte das einzige Kind des amtierenden Kaiserpaars bleiben. Zwei Jahre nach der Geburt zog sich die damalige Kronprinzessin komplett zurück, begleitete ihren Ehemann auch nicht mehr zu offiziellen Terminen. Die Diagnose folgte wenig später: Masako litt unter Depressionen. Erst ab 2008 trat sie wieder öfter an der Seite ihres Mannes auf, der nicht müde wurde, ihr Fehlen zu entschuldigen und sich schützend vor sie zu stellen.

In seiner Freizeit spielt der Kaiser von Japan gerne Bratsche, liebt das Wandern und ist seit seiner Kindheit ein großer Fan der Baseballmannschaft Yomiuri Giants.

Kaiser Naruhito von Japan: So funktioniert die Erbfolge im japanischen Kaiserhaus

Die Regierungsdevise des amtierenden Kaisers von Japan lautet „Reiwa“, was übersetzt so viel wie „wunderbar geordnete Harmonie“ bedeutet. Sein Volk verehrt ihn und schätzt seine Zurückhaltung, seine Bescheidenheit und sein Traditionsbewusstsein. Auch wenn Naruhito verlauten ließ, in die Fußstapfen seines Vaters treten zu wollen, wird ihm durchaus zugetraut, frischen Wind in das japanische Kaiserhaus zu bringen.

Lange Zeit galt die Thronfolge aber als ungeklärt. Aus der Ehe mit Masako war Prinzessin Aiko hervorgegangen und auch Naruhitos Bruder Fumihito war Vater zweier Töchter. Ein echtes Problem, sah doch das „Gesetz über den kaiserlichen Haushalt“ bis dato nicht vor, dass ein weibliches Mitglied des Kaiserhauses den Chrysanthementhron besteigen könne. Die öffentliche Debatte über eine mögliche Gesetzesänderung verstummte mit der Geburt des dritten Kindes von Fumihito im Jahr 2006: Prinz Hisahito würde in Zukunft die Erbfolge im japanischen Kaiserhaus sichern.

Die aktuelle Thronfolge ergibt sich damit nun wie folgt:

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