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Der Kaiserpalast Tokio: Die stille Oase inmitten einer Millionenmetropole

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Von: Eva-Maria Moosmüller

Der Kaiserpalast Tokio ist die Residenz des amtierenden Kaisers Naruhito. Lesen Sie hier alles Wichtige über seine lange Geschichte und seine besondere Architektur.

Tokio – Der Kaiserpalast Tokio ist die royale Residenz des Tennō, des Kaisers von Japan. Seit dem 01. Mai 2019 ist Kaiser Naruhito (61) im Amt. Er residiert im Palast mit seiner Ehefrau Masako (57) und der gemeinsamen Tochter Aiko (19).

Der Kaiserpalast Tokio: Die stille Oase inmitten einer Millionenmetropole

Zu finden ist der Kaiserpalast in Tokios Stadtviertel Chiyoda, mitten im Zentrum der Metropole. Erbaut wurde er bis ins Jahr 1888 auf dem ehemaligen Gelände der Burg Edo. Vor der Fertigstellung nutzte die kaiserliche Familie 15 Jahre lang die Kaiserliche Residenz Akasaka. Seinen heutigen Namen bekam der Palast erst 1948.

Der Zweite Weltkrieg fügte dem Kaiserpalast Tokio erheblichen Schaden zu. Bis 1968 sollte es dauern, bis der Wiederaufbau im modernen Stil abgeschlossen war. Noch heute wird die Residenz des japanischen Kaisers von der Kaiserlichen Garde bewacht.

Der größte Teil des Kaiserpalastes kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Lediglich an zwei Tagen im Jahr öffnet der Palast seine Pforten für die breite Öffentlichkeit: am 23. Februar, dem Geburtstag des Kaisers, und am 2. Januar, dem Neujahrsfest. An allen anderen Tagen erfreut die grüne Oase auf einer Fläche von 1,15 Quadratkilometern die Besucher mit historischen Stätten, gepflegten Gärten und ruhigen Momenten abseits des lauten Großstadtlebens.

Der Kaiserpalast Tokio kommt ohne Pracht und Verzierung aus

Heute erinnern nur noch Tore und Steinfundamente an die einstige Burg Edo. Auf ihnen wurde der zweistöckige Palast errichtet. Auch wenn das Gebäude eher modern wirkt und auf einer Basis aus Stahlbeton errichtet wurde, weist der Kaiserpalast Tokio auch traditionelle Elemente wie ein giebelförmiges Dach und hölzerne Säulen auf. Einen prunkvollen kaiserlichen Wohnsitz verziert mit Gold und Marmor sollten Besucher dennoch nicht erwarten. Die Residenz des japanischen Kaisers besteht aus sechs Flügeln in denen repräsentative Säle für Empfänge und Bankette, ein Speisesaal, ein Salon und das Büro des Kaisers untergebracht sind.

Blick auf den Kaiserpalast Tokio im Stadtteil Chiyoda
Der Kaiserpalast Tokio ist der Ruhepol inmitten der hektischen Weltmetropole. © IMAGO / Future Image

Der Palast beherbergt außerdem die Palastheiligtümer mit den persönlichen Shintō-Schreinen des Kaisers und seiner Familie. Bei den Palastheiligtümer handelt es sich um eine Gruppe von Bauwerken, die für religiöse Zeremonien, Hochzeiten und Inthronisierungen genutzt werden: Im „Kashiko-dokoro“ – dem Ort der Ehrfurcht – befindet sich eine Replik des Spiegels Yata no Kagami, eine der drei Throninsignien Japans. Im „Kōrei-den“ – der Halle der kaiserlichen Ahnenseelen – wird den Ahnen des Kaisers gedacht. Im „Shinden“ – der Götterhalle – werden die Götter des Himmels und der Erde verehrt.

Umgeben ist der kaiserliche Komplex von wichtigen Gebäuden wie dem Parlament, dem Obersten Gerichtshof oder dem Polizeipräsidium. Auf einem Rundgang können Bergfried, Burggraben und Nijyu-Brücke besichtigt werden, letztere gilt auch als Symbol des kaiserlichen Palastes.

Der Kaiserpalast Tokio: Gartenidylle umrahmt von Wolkenkratzern

Die östlichen Gärten des Kaiserpalastes Tokio sind durch Wassergräben vom eigentlichen Palastgelände getrennt. Mit Kirschbaumallee, Bambushain und Karpfenteich erleben Besucher hier traditionelle japanische Gartenkunst. Im Norden des Palastgeländes befindet sich der Kitanomaru Park, der eine große Mehrzweckhalle und verschiedene Museen beherbergt. Die beiden Eingänge zum Park markieren zwei Tore aus der Edo-Zeit.

Besonders beliebt ist die schöne Anlage zur Zeit der Kirschblüte und im Herbst, wenn das Laub den Garten in ein buntes Meer aus Farben taucht. Weniger Gebäude finden sich im Kokyo Gaien Park, der zu ausgedehnten Spaziergängen einlädt. Alle drei Gärten der Residenz des japanischen Kaisers sind für Besucher frei zugänglich.

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