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Prinzessin Aiko im Porträt: So lebt das einzige Kind des japanischen Kaiserpaares

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Von: Eva-Maria Moosmüller

Prinzessin Aikos Leben findet abgeschirmt von der Öffentlichkeit im Kaiserpalast von Tokio statt. Den Thron ihres Vaters Naruhito darf sie als Frau nicht übernehmen.

Tokio – Aiko (19) wurde am 01. Dezember 2001 als Tochter des damaligen japanischen Kronprinzen Naruhito (61) und dessen Ehefrau Masako (57) in Tokio geboren. Ihre Eltern brachen mit einer jahrelangen Tradition und überließen die Namenswahl nicht dem regierenden Kaiser. Acht lange Jahre hatten beide auf die Geburt ihres ersten Kindes warten müssen und wählten den Vornamen ihrer Tochter mit Bedacht: Aiko bedeutet so viel wie „Tochter der Liebe“. Ihr kaiserlicher Name lautet Prinzessin Toshi und heißt ins Deutsche übersetzt „Person, welche die anderen respektiert“.

Prinzessin Aiko im Porträt: Ihre schwere und traurige Schulzeit

Aiko wurde bereits im Alter von acht Jahren vorübergehend aus der Schule genommen. Grund dafür waren Angriffe durch Mobbing, in deren Folge Aiko unter Magenschmerzen und Angstzuständen litt. Schritt für Schritt fand sie den Weg zurück in den Schulalltag, ihre Anwesenheit war zunächst auf wenige Stunden täglich begrenzt. Kaiserin Masako brachte ihre Tochter selbst zur Schule und holte sie wieder ab, ein Mitglied des Hofes wachte im Unterricht über ihr Wohlergehen. Generell ist nur wenig bekannt über die Kindheit von Prinzessin Aiko. Als Achtjährige soll sie Freude an Kalligrafie gehabt haben, sie spielte außerdem Geige und Klavier und verfasste schon in jungen Jahren Gedichte.

Mit dem Eintritt in die Sekundarstufe besserte sich die Situation, Aiko schien leichter mit dem schulischen Druck umgehen zu können. Doch die Hänseleien der Vergangenheit hatten bei dem sensiblen Mädchen Spuren hinterlassen: Aiko sah man kaum noch lächeln. Im Alter von 14 Jahren erfolgte schließlich sogar die Einweisung in ein Krankenhaus. Die Diagnose lautete damals „Erschöpfung nach den sommerlichen Examen“. Fotos aus dieser Zeit zeigen die Tochter des japanischen Kaisers zerbrechlich, dünn und regelrecht ausgemergelt.

Prinzessin Aiko von Japan sitzt in einem Auto und lächelt aus dem Fenster.
Über das Privatleben von Prinzessin Aiko ist nur wenig bekannt. Die Tochter des japanischen Kaisers ist hochsensibel und sehr zurückhaltend. © IMAGO / Kyodo News

Einige Zeit später besserte sich der Zustand der Prinzessin Toshi aber merklich. Nachdem sie die Schule im März 2020 erfolgreich abgeschlossen hatte, besuchte sie die Gakushuin-Universität in Tokio und war dort am Institut für japanische Sprache und Literatur als Studentin eingeschrieben.

Prinzessin Aiko im Porträt: Tochter des Kaisers ohne Anrecht auf den Thron

Auch über Aikos Leben als junge Erwachsene ist kaum etwas bekannt. Im Kaiserpalast Tokio führte sie stets ein Leben streng nach Protokoll, reglementiert und überwacht von Beamten des Kaiserlichen Hofamtes. Das gleiche Amt schreibt übrigens auch vor, dass nur männliche Nachkommen der Kaiserfamilie einen Anspruch auf den japanischen Chrysanthementhron haben. Lange war deshalb die Thronfolge im Kaiserhaus ungeklärt – hatten doch sowohl Kaiser Naruhito als auch sein jüngerer Bruder Fumihito (55) zunächst keine Söhne, sondern ausschließlich Töchter.

Die Situation setzte in Japan eine Diskussion zwischen Reformern und Traditionalisten in Gang. Lange wurde abgewogen und diskutiert, ob es nicht doch langsam Zeit für eine Gesetzesänderung zugunsten der Prinzessin Toshi wäre. Mehr als 80 Prozent des japanischen Volkes gab sogar an, Aiko auf dem Thron sehen zu wollen. Die Geburt ihres Cousins Hisahito (14) im Jahr 2006 setzte aber allen Diskussion ein rasches Ende. Der einzige Sohn von Kronprinz Fumihito steht seit seiner Geburt hinter seinem Vater in der Thronfolge auf Rang zwei.

Aiko wird den japanischen Chrysanthementhron also niemals besteigen und im Falle einer Hochzeit mit einem Bürgerlichen sogar das Kaiserhaus verlassen müssen. Ob die 19-Jährige aber überhaupt schon an ein Beziehungsleben denkt, ist nicht bekannt.

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