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Prinzessin Mako von Japan: Bricht mit alter Hochzeits-Tradition

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Von: Annemarie Göbbel

Prinzessin Mako hat sich durchgesetzt und bricht damit jede Tradition. Doch es kostet sie eine stattliche Geldsumme, ihren Titel und ihren Platz in der kaiserlichen Familie.

Tokio – Die Meldung der japanischen Regierung liest sich harmlos, doch dahinter steckt ein Ereignis, das die japanische Tradition, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs besteht, bricht und das Kaiserhaus erschüttert. Auf Wunsch der Prinzessin von Akishino wird sie von der ihr zustehende Geldsumme absehen, die ihr den Verzicht von Titel und royalem Aus versüßen soll. So will es die Tradition. Doch Prinzessin Mako (29) wird ihren bürgerlichen Freund Kei Komuro (29) heiraten und die Abfindung liegen lassen. Die Regierung akzeptiert ihren Wunsch.

Prinzessin Mako von Japan: Bricht mit alter Hochzeits-Tradition

Prinzessin Mako, die im 23. Oktober 30 Jahre alt wird, wird ihren Verlobten Kei Komuro heiraten und anschließend in die Vereinigten Staaten ziehen. Sie hat deutlich gemacht, dass sie die Pauschalzahlung ablehnen will, die weibliche Mitglieder der kaiserlichen Familie erhalten, wenn sie ihr königliches Leben aufgeben. Frauen an der Spitze des Kaiserhauses sind für die Regierung nicht akzeptabel, auch wenn es viele gute Gründe gäbe, diese Regelung zu ändern.

Prinzessin Mako im traditionellen Gewand geht mit Sonnenschirm durch eine Menschenmenge.
Prinzessin Mako im traditionellen Look. Doch für ihre Liebe gibt sie jede Tradition auf. © Eugene Hoshiko/dpa

Makos Ablehnung der Summe könnte eine Reaktion auf die finanzielle Kontroverse sein, die in den letzten Jahren um ihren langjährigen Freund entbrannt ist. Ihre Verlobungszeit hatte sich deshalb um mehrere Jahre über das übliche Jahr hinaus verzögert. Sie sollte 152,5 Millionen Yen (umgerechnet knappe 1,2 Millionen Euro) erhalten – ein Betrag, der vom Wirtschaftsrat des Kaiserhauses festgelegt wurde. Das Geld stammt aus Steuergeldern.

Die Ablehnung des Pauschalbetrags ist ein Bruch mit der Tradition, die seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs für die Royals besteht.

Prinzessin Mako von Japan: Die Hochzeit soll noch im Oktober stattfinden

Prinzessin Mako hat ihre eigenen Pläne. Medienberichten zufolge wird sich das Liebespaar im Oktober endlich das Ja-Wort geben. Dazu soll Kei Komuro das erste Mal seit 2018 aus den Vereinigten Staaten zurückkehren, wo er derzeit Jura studiert. Später will das Paar den Gerüchten zufolge nach New York ziehen und eine Anwaltskanzlei eröffnen.

Prinzessin Mako im Profil mit Strohhut und hellblaum Band, im Hintergrund sind zwei Männer im schwarzen Anzug zu sehen.
Prinzessin Mako hat sich für ihren bürgerlichen Freund entschieden. © Martin Mejia/dpa

Nach japanischem Recht müssen Prinzessinnen, die Bürgerliche heiraten, bei der Heirat ihre Titel und ihre Stellung im Kaiserhaus aufgeben. Dies wurde kürzlich heftig in der Regierung diskutiert, um das Problem des Rückgangs der Zahl der arbeitenden Royals zu lösen. Derzeit gibt es nur drei Personen in der Thronfolge, da weibliche Mitglieder vom Thron ausgeschlossen sind und nicht an der Spitze ihrer eigenen Familienzweige stehen dürfen. Statt einer Änderung dieser Regelung wurde sogar laut über Adoption nachgedacht.

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Ob der als so gut wie sicher geltende Wechsel des Premierministerpostens etwas ändern wird, ist unwahrscheinlich. Der frühere japanische Außenminister Fumio Kishida (64) hat gerade die Wahl zum neuen Vorsitzenden gewonnen und gilt als konservativ. Am 4. Oktober wird er vermtulich als Nachfolger von Yoshihide Suga (72) als Ministerpräsident des Landes gewählt.

Prinzessin Mako ist das älteste Kind von Kronprinz Akishino und Kronprinzessin Kiko, die die Nichte von Kaiser Naruhito ist.

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