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König Abdullah von Jordanien: Verwicklung in Pandora-Papers-Leak

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Von: Annemarie Göbbel

Jordaniens König Abdullah II. hat nach der Veröffentlichung der „Pandora Papers“ jedes Fehlverhalten beim Kauf von Luxuswohnungen im Ausland bestritten. Er will sich wehren.

Amman – Die Akten bestehen aus zwölf Millionen Dokumenten von 14 Finanz-Unternehmen in Ländern wie den Britischen Jungferninseln, Panama, Belize, Zypern, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Singapur und der Schweiz. Mehr als 650 Reporter und über 100 Nachrichtenagenturen hatten sich als International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) zusammengefunden und die Papers beschafft. Auch König Abdullah (59) von Jordanien trifft der Vorwurf, sich an Offshore-Immobilien bereichert zu haben.

König Abdullah von Jordanien: Verwicklung in Pandora-Papers-Leak

Dem Bericht zufolge hätte König Abdullah II. von 1995 bis 2017 mithilfe von Beratern knapp drei Dutzend Briefkastenfirmen gegründet, mit denen der Herrscher Jordaniens 14 Immobilien in Kalifornien, London und Washington, D.C. im Gesamtwert von etwas mehr als 90 Millionen Euro gekauft haben soll.

Der jordanische König Abdullah spricht bei einer Konferenz. Zwei Männer mit Maske sitzen mit am Tisch.
König Abdullah muss sich derzeit rechtfertigen. © Aristidis Vafeiadakis/dpa

Das teuerste Objekt sei ein palastartiges Haus auf den Klippen von Malibu, der exklusiven kalifornischen Gegend im Los Angeles County, in der Stars wie Jennifer Aniston (52), Brad Pitt (57) und Paris Hilton (40) zu Hause sind. 2014 hätte er das Anwesen für knappe 30 Millionen Euro gekauft.

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König Abdullah von Jordanien: Zum Leak-Vorwurf kommt ein familiärer Zwist

Für den amtierenden König Jordaniens ist die Veröffentlichung auch deshalb besonders unangenehm, weil sie seinem Halbbruder, dem ehemaligen Kronprinzen Hamza (41), dem erstgeborenen Sohn Königin Nūrs al-Hussain in die Hände spielen. Dieser wirft dem König des haschemitischen Königreichs ein System von Korruption und Inkompetenz vor. Immer wieder wird dem Regenten außerdem vorgehalten, ein autoritäres Regime zu führen.

In den letzten Jahren kam es immer wieder zu Protesten gegen Steuererhöhungen und Sparmaßnahmen. Der Ehemann Königin Ranias (51) sprach daraufhin von einer bösartigen Verschwörung und stellte Hamza unter Hausarrest. Auch zwei frühere Berater wurden laut Nachrichtenagenturen vor Gericht gestellt.

König Abdullah von Jordanien: Der Monarch erwägt derzeit rechtliche Schritte

Jordaniens König Abdullah II. bin-al Hussein steht im Anzug an einem Rednerpult, die rechte Faust auf dem Tisch (Symbolbild).
Jordaniens König Abdullah II. bin-al Hussein streitet alle Vorwürfe ab (Symbolbild). © Christian Spicker/Imago

Der Palast prüft derzeit rechtliche Schritte, hieß es weiter in einer Mitteilung. König Abdullah wies darin alle Berichte kategorisch zurück, die „Fakten verzerrt haben und irreführende Informationen sowie unbegründete Schlussfolgerungen vorgelegt haben“, hieß es. Die aufgeführten Luxusimmobilien im Ausland seien weder geheim noch seien sie mit öffentlichen Mitteln gekauft worden.

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