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Der Raghadan-Palast: Alles zur Residenz der jordanischen Königsfamilie

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König Abdullah II. bin al-Hussein hält eine Rede vor den Toren seines Raghadan Palasts
König Abdullah II. bin al-Hussein hält eine Rede vor den Toren des Raghadan-Palasts. © Jamal Nasrallah/dpa

Der Raghadan-Palast ist berühmt für seine traditionell islamische Architektur. Der Thronsaal dient als repräsentativer Ort für verschiedenste Veranstaltungen wie Staatsempfänge und Feierlichkeiten.

Amman - Der Raghadan-Palast befindet sich inmitten der Altstadt von Amman auf dem Gelände des Royal Hashemite Court in Al-Maquar. Erbaut wurde er im Jahr 1926 nach einem Entwurf des libanesischen Architekten Saadedinne Chatella. Nachdem die junge Monarchie im Jahr 1921 gegründet worden war, sollte der Palast als Residenz für den ersten jordanischen König Abdullah I. dienen. Bis zu seiner Fertigstellung war dieser mit seiner Familie in einem kleinen Gebäude nahe des römischen Amphitheaters untergebracht.

Der Raghadan-Palast war der erste von mehreren Palästen, die König Abdullah I. auf dem Gelände errichten ließ. Er selbst bezeichnete ihn als den „großen Palast“. Die Baukosten für das prächtige Gebäude beliefen sich im Jahr 1926 auf eine Summe von 1.600 palästinensische Pfund. Der Name des Palastes stammt aus dem Arabischen und bedeutet übersetzt „ein angenehmes Leben“. Unter dem amtierenden König Abdullah II. ist der Raghadan-Palast nicht länger die Residenz der jordanischen Königsfamilie. Er lebt mit Königin Rania und ihren Kindern außerhalb der Stadt in der Residenz Beit al-Urdun.

Der Raghadan-Palast und seine Architektur

Der Raghadan-Palast entstand im traditionell islamischen Architekturstil. Das Äußere des Gebäudes zieren Steine aus Ma’an, einer Stadt im Süden Jordaniens. Als besonders stilvoll gelten seine Buntglasfenster, die denen der Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem nachempfunden sind. Berühmt war die einstige Residenz der jordanischen Königsfamilie insbesondere wegen ihrer kunstvollen Holzarbeiten und einem Deckenfresko im Thronsaal. Ein Brand im Jahr 1983 zerstörte das Dach. Das Feuer richtete außerdem erhebliche Schäden am gesamten Gebäude an.

Es folgen umfangreiche Renovierungs- und Erweiterungsarbeiten, die darauf bedacht waren, die architektonischen Merkmale des Gebäudes und seine ursprüngliche Außenansicht zu bewahren. Im Inneren des Palastes wurden verschiedene Räume und der Thronsaal mit einem neuen Fußboden ausgestattet und das Deckenfresko in seiner ursprünglichen Schönheit wieder hergestellt. Als wichtigster Raum des Raghadan-Palastes gilt der Thronsaal, der als repräsentativer Ort für öffentliche und politische Veranstaltung dient.

Der Raghadan-Palast und seine Funktion im 21. Jahrhundert

Der Raghadan-Palast ist Teil des Royal Hashemite Courts. Auf dem Gelände des königlichen Hofes vereinen sich das jordanische Königshaus und die Regierung des Landes. Neben verschiedenen Palästen sind hier die offiziellen Institutionen wie Verfassungsbehörden, Streitkräfte und Sicherheitsdienste untergebracht. Selbst die Beziehung zwischen dem König und seinem Volk wird vom Royal Hashemite Court überwacht. Das Büro von König Abdullah II. befindet sich im Basman-Palast, Arbeitsplatz von Königin Rania ist der „kleine Palast“ Al-Qasr Al-Sagheer. Der Nadwa-Palast dient als repräsentative Unterkunft für Staatsgäste. Zeremonielle Veranstaltungen und Treffen mit Staatsoberhäuptern finden im Thronsaal des Raghadan-Palastes statt. Zu den namhaftesten Gästen dort zählen

Eine Einheit Circassianischer Wachen bewacht sowohl den Raghadan-Palast als auch den Basman-Palast. Besonders imposant ist der Raghadan-Flaggenmast. Mit einer Höhe von 126,8 Metern nimmt er in der Liste der höchsten frei stehenden Flaggenmasten der Welt Rang sieben ein. Aufgestellt wurde er im Jahr 2003, an ihm können Fahnen mit einer Fläche von bis zu 1.800 Quadratmetern gehisst werden.

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