Angemessen? Horrender Sonderetat für Prinzessin Victorias 50. Geburtstag sorgt für Kritik
Der Staat spart, doch für den runden Ehrentag der Thronfolgerin ist Geld da. Warum das Fest von Kronprinzessin Victoria jetzt für hitzige Debatten im Land sorgt.
Wenn Kronprinzessin Victoria (49) am 14. Juli 2027 ihren 50. Geburtstag begeht, soll das ganze Land daran teilhaben. Laut dem schwedischen Nachrichtenportal Nyheter24 will die Regierung rund 365.000 Euro (4 Millionen schwedische Kronen) für das Jubiläum bereitstellen. Brisant ist der Zeitpunkt: Nach der Reichstagswahl im vergangenen September amtiert nur eine Übergangsregierung, die einen Haushalt ohne neue Vorhaben vorbereitet.

Finanzministerin Elisabeth Svantesson (59) von den Moderaten (im Original: Moderata samlingspartiet) stellte die Leitlinien am 27. Oktober bei einer Pressekonferenz vor. Der Etat für 2027 tritt auf die Ausgabenbremse: Für politische Versprechen an die Wähler ist kein zusätzliches Geld da. Ausgerechnet das Fest für Victoria bildet jedoch eine Ausnahme. Die Ministerin begründet das laut dem öffentlich-rechtlichen Sender SVT Nyheter so: „Große Teile des schwedischen Volkes finden es wichtig.“ Von einer Notwendigkeit für das Funktionieren des Staates ist dabei freilich nicht die Rede.
Zwischen Sparzwang und Jubel: Wie Schweden über das Geld für Kronprinzessin Victorias Geburtstag streitet
Genau hier setzt die Kritik an. Denn Übergangshaushalte sollen eigentlich nur unverzichtbare Aufgaben des Gemeinwesens sichern. Eine feste Zusage der anderen Parteien gibt es nach Angaben von Nyheter24 bislang nicht. Svantesson rechnet lediglich mit einer breiten Mehrheit. Sie schließt sogar einen Rückzieher nicht aus, falls sich Fraktionen querstellen. In den Kommentarspalten des Portals macht sich unterdessen Unmut breit: Die Königsfamilie, so der Tenor, könne ihre Feste selbst bezahlen. Auch das Programm für Victoria bleibt damit vorerst in der Schwebe.

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Wie es weitergeht, skizziert das schwedische Online-Medium Nya Allehanda: Die Regierung legt ihre Haushaltsvorlage am 12. November vor, danach können die Parteien bis zum 27. November Änderungsanträge einbringen. Dass die Feierlichkeiten dennoch glanzvoll werden dürften, liegt in der Tradition. Seit jeher verbringt die Thronfolgerin ihren Ehrentag auf der Insel Öland, wo die Familie auf Schloss Solliden zusammenkommt. Auf dem Programm stehen die persönlichen Glückwünsche der Bevölkerung und das beliebte Victoria-Konzert. Für König Carl XVI. Gustaf (80) ist das Jubiläum seiner Erstgeborenen ohnehin ein Familienfest von besonderem Rang, auch weil Victoria seit ihrer Kindheit auf ihre Rolle vorbereitet wird.
So finanziert sich das schwedische Königshaus.
Die königliche Apanage (Statsanslaget): Das Königshaus erhält jährlich staatliche Zuwendungen aus dem schwedischen Haushalt (zuletzt rund 150 bis 160 Millionen Kronen bzw. ca. 14 bis 15 Millionen Euro).
Zweiteilung des Etats: Das Budget ist strikt aufgeteilt in die Hofverwaltung (Hovstaten für Repräsentationspflichten und Personalkosten) und die Schlossverwaltung (Slottsstaten für die Instandhaltung historischer Kulturdenkmäler und Schlösser).
Sonderbudgets für Staatsjubiläen: Besondere Thron- und Geburtstagsjubiläen werden bei offiziellem nationalem Charakter traditionell über gesonderte Parlamentsbeschlüsse im Haushaltsgesetz kofinanziert.
Svantesson lässt die Debatte jedenfalls gelassen an sich abperlen. Die Ministerin sagt, wie Nyheter24 unter Berufung auf die Nachrichtenagentur TT berichtet: „Sie wird nur einmal 50, und das ist im nächsten Jahr, deshalb halte ich das für vollkommen vernünftig.“ Ob die Abgeordneten das ebenso sehen, wenn sie über das Fest für Victoria abstimmen, wird sich erst in den kommenden Wochen zeigen. Verwendete Quellen: nyheter24.se, nyaallehanda.se