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Der Großherzogliche Palast: Die Stadtresidenz der Royals aus Luxemburg

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Großherzoglicher Palast in Luxemburg
Der Großherzogliche Palast in Luxemburg © Gueffroy/Imago

Der Großherzogliche Palast ist die offizielle Residenz des Staatsoberhauptes von Luxemburg. Er beherbergt Prunkräume, Büros und Privaträume der Familie von Großherzog Henri.

Luxemburg - Der Großherzogliche Palast befindet sich inmitten des Altstadtviertels der luxemburgischen Hauptstadt in der Rue Marché aux Herbes. Die Geschichte des stilvollen Gebäudes reicht bis weit zurück in das 16. Jahrhundert.

Der Großherzogliche Palast und seine Geschichte

Errichtet wurde der Palast im Jahr 1575, nachdem sein Vorgängergebäude einer Pulverexplosion zum Opfer gefallen war. Bis 1795 wurde das Gebäude als Rathaus genutzt, ab 1817 war es Regierungssitz. Wer in der Mitte des 18. Jahrhunderts die Stadtwaage suchte, fand sie hier. Im Jahr 1780 entstand der Belfried, 1859 erhielt das Gebäude mit der Abgeordnetenkammer einen neuen Anbau.

Von 1890 an war der Palast die offizielle Stadtresidenz des Großherzogs. Die Herrschaft der Nationalsozialisten ging mit der Zerstörung von Inneneinrichtung und Kunstgegenständen einher. Zudem wurde das Gebäude zum Konzertsaal und zum Wirtshaus umfunktioniert – ein offensiver Affront gegen die luxemburgische Bevölkerung. Erst am 14. April 1945 stand Großherzogin Charlotte nach ihrer Rückkehr aus dem Exil wieder auf dem Balkon des Palastes. Renovierungsmaßnahmen und eine neue Inneneinrichtung sollten während der 1960er Jahre für ein wärmeres Ambiente sorgen. Von 1992 bis 1995 fanden aufwendige Renovierungsarbeiten statt.

Der Großherzogliche Palast und seine Architektur

Der Großherzogliche Palast entstand im Stil der Renaissance. Das heutige Erscheinungsbild geht auf einen Umbau durch Großherzog Adolph von Nassau-Weilburg (88, † 1905) im Jahr 1890 zurück. Der Gründungsvater der Luxemburger Dynastie ließ die Renaissance-Ornamente des alten Rathauses auch an die Fassaden der Stadtwaage und des Turms anbringen und verlieh auf diese Weise den verschiedenen Gebäuden des Komplexes ein einheitliches Gesamtkonzept. Es sind die mit Blütenornamenten verzierten Fassaden und die beiden Erkertürme, die der herzoglichen Stadtresidenz ihr stilvolles Ambiente verleihen und dem Betrachter besonders ins Auge fallen. Zudem verfügt jeder offene Kamin des Palastes über einen eigenen, kunstvoll gearbeiteten Schornstein.

Sehr filigran sind die Motive und Muster der Ornamente aus Sandstein:

Blütenornamente waren zur Zeit der Renaissance außerordentlich beliebt und finden sich noch immer an der Fassade wieder. Zu den weiteren Steinmetz-Ornamenten am Großherzoglichen Palast zählen die Blüten von der Clusius-Pfingstrose. Selbst Seerosen aus Ägypten haben die Jahrhunderte an der Fassade der Stadtresidenz von Luxemburg überdauert.

Der Großherzogliche Palast im 21. Jahrhundert

Seit dem Jahr 1890 gilt der Palast als offizielle Residenz des Großherzogs, von hier aus übt er seine offiziellen Aufgaben aus. Gemäß Artikel 44 der luxemburgischen Verfassung sind sowohl der Großherzogliche Palast als auch Schloss Berg dem amtierenden Großherzog als Wohnsitz vorbehalten. Seit dem 7. Oktober 2000 hat Henri von Luxemburg dieses Amt inne.

Seine Residenz in der Hauptstadt verfügt über Privaträume und Büros, zudem werden die Prunkräume des ersten Stockwerkes für Besprechungen und öffentliche Auftritte genutzt. Jedes Jahr kann das luxemburgische Volk die Weihnachtsansprache seines Großherzogs vom Gelben Raum aus verfolgen. Auch Politiker und ausländische Staatsoberhäupter werden innerhalb der Stadtresidenz untergebracht, dann dient der Ballsaal als Schauplatz von Staatsempfängen und Banketten. Ist der Großherzog anwesend, weht vom Dach des Belfrieds die luxemburgische Flagge.

Während der Sommermonate kann die Stadtresidenz des Großherzogs im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Am Tor der Stadtwaage steht die Großherzogliche Wache. Bei Besuchern sehr beliebt ist die Wachablösung, die seit 1999 dreimal jährlich am Nationalfeiertag sowie vor und nach der Sommerpause stattfindet. Nur die Sommerpause bietet interessierten Besuchern die Möglichkeit, einen Blick hinter die Fassade zu werfen und die prunkvollen Räume zu besichtigen.

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