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König Willem-Alexander reagiert auf Kritik: „Goldene Kutsche“ steht still

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Von: Larissa Glunz

Nach jahrelangen Diskussionen hat König Willem-Alexander die „Goldene Kutsche“, das standesgemäße Fortbewegungsmittel der niederländischen Royals, aus dem Verkehr gezogen.

Den Haag – Schon seit mehreren Jahren ist die „Goldene Kutsche“ („De Gouden Koets“) von König Willem-Alexander (54) und Königin Máxima (50) ein royales Streitobjekt, das die Gemüter in den Niederlanden erhitzt. Das auffällige geschmückte Gefährt hat eine Debatte über Rassismus ausgelöst, die der Palast nicht ignorieren kann.  

König Willem-Alexander reagiert auf Kritik: „Goldene Kutsche“ hat ausgedient

Eine Abbildung auf der Seitenwand der Kutsche hatte im Vorfeld für Aufsehen und Rassismusvorwürfe gesorgt. Die Tafel „Huldigung der Kolonien“ zeigt eine weiße Frau, die auf einem Thron sitzt, schwarze Personen knien vor ihr und reichen ihr Geschenke. Das Bild verherrliche die Kolonialvergangenheit der Niederlande sowie Ausbeutung und Unterdrückung, sind sich Kritiker einig. Aktuell befindet sich die „Goldene Kutsche“ in einem Museum in Amsterdam, ihre Räder werden jedoch auch in Zukunft stillstehen.

König Willem-Alexander der Niederlande blickt ernst zur Seite (Symbolbild).
König Willem-Alexander hat sich die Kritik an der „Goldenen Kutsche“ offenbar zu Herzen genommen (Symbolbild). © PPE/Imago

Diese Entscheidung machte König Willem-Alexander vor wenigen Tagen in einem kurzen Video publik, viele seiner Landsleute begrüßen seinen Entschluss. „Unsere Geschichte enthält viel, worauf wir stolz sein können. Gleichzeitig bietet sie aber auch Lernstoff, um Fehler zu erkennen und in Zukunft zu vermeiden. Wir können die Vergangenheit nicht umschreiben. Wir können aber versuchen, sie gemeinsam zu bewältigen. Dies gilt auch für die koloniale Vergangenheit“, machte der Monarch in seiner Ansprache deutlich.  

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Königin Máxima der Niederlande fährt in der „Goldenen Kutsche“ zum Paleis Noordeinde.
Die niederländische Königsfamilie verzichtet in Zukunft auf Fahrten in der „Goldenen Kutsche“. © PPE/Imago

König Willem-Alexander reagiert auf Kritik: Gemeinsamer Weg der Versöhnung

Die „Goldene Kutsche“ kam bislang nur zu besonderen Anlässen zum Einsatz. So fuhren zum Beispiel Máxima und Willem-Alexander nach ihrer Trauung im Februar 2002 in der Kutsche durch die Innenstadt von Amsterdam. Auch am alljährlichen Prinsjesdag (Prinzentag) im September, der Parlamentseröffnung, setzten die niederländischen Royals des Öfteren auf die Kutsche.

Dass die Kutsche irgendwann einmal wieder im Herbst auf den Straßen unterwegs sein wird, schließt König Willem-Alexander nicht aus: „Nur wenn wir diesen Weg der Versöhnung gemeinsam gehen, kann die Goldene Kutsche wieder am Prinsjesdag fahren, dem Tag, an dem wir unsere Demokratie und unsere Solidarität als niederländisches Volk feiern.“

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