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Das Königliche Schloss in Oslo: Wohnsitz des Königspaares von Norwegen

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Von: Eva-Maria Moosmüller

Das Königliche Schloss in Oslo ist eines der wesentlichsten Aushängeschilder Norwegens. Lesen Sie hier die wichtigsten Infos über den Wohnsitz von König Harald V. und Königin Sonja.

Oslo – Das Königliche Schloss in Oslo befindet sich auf dem Bellevue Hill in der Hauptstadt Norwegens und ist seit 170 Jahren ein Aushängeschild der norwegischen Monarchie. Die Bauarbeiten an der Residenz begannen bereits 1824. Der schwedische König Karl XIV. Johan legte am 01. Oktober 1825 den Grundstein für das spätere Schloss, doch erst ein Vierteljahrhundert später wurde es fertiggestellt. Fünf Jahre nach dem Tod des Regenten weihte der schwedische König Oscar I. am 26. Juli 1849 das Schloss ein. Eine Statue von König Karl XIV. Johan befindet sich auf dem Vorplatz.

Heute ist der Hauptsitz der norwegischen Königsfamilie im Besitz des Staates und wird dem regierenden König als Wohnsitz und Arbeitsort zur Verfügung gestellt. Im Königlichen Schloss tagt außerdem die Regierung und Staatsbesuch aus anderen Ländern wird ebenfalls dort empfangen. Seit dem Jahr 2000 kann die Residenz von Juni bis August besichtigt werden.

Das Königliche Schloss in Oslo: Architektur und Dekorationsstile

Das Königliche Schloss in Oslo hat einen Hauptflügel mit drei Stockwerken sowie zwei Nebenflügel an Nord- und Südseite mit jeweils zwei Stockwerken. Mit 173 Räumen gehört es zu den eher kleineren Residenzen der europäischen Königshäuser, ist dadurch von seiner Architektur her aber nicht weniger eindrucksvoll. Von außen erstrahlt es in hellgelbem Putz.

Als Architekt fungierte der Däne Hans Ditlev Franciscus Linstow, der das Schloss im neoklassizistischen Stil ursprünglich größer geplant hatte und eigentlich in H- statt in U-Form anlegen wollte. Aus Kostengründen wurden dann allerdings zwei Flügel aus der Planung gestrichen.

Das Königliche Schloss in Oslo
Das Königliche Schloss in Oslo zählt mit „nur“ 173 Zimmern zu den kleineren Residenzen der europäischen Königshäuser. © dpa / Berit Roald

Während des Baus hatte Linstow verschiedene Assistenten und Mitarbeiter, die ihre jeweiligen Talente an den vielseitigen Räumen zum Ausdruck brachten. Johannes Flintoe war zum Beispiel für die aufwendigen Malereien im Vogelraum zuständig, während der Dekorationsmaler Peter Frederik Wergmann, eine Ikone seiner Zeit, den Täglichen Speisesaal und den Großen Speisesaal mit pompejanischen Dekorationen versah.

Das Königliche Schloss in Oslo: Nutzung und royale Bewohner

Im Jahr 1905 wurde Norwegen durch die Trennung von Schweden zu einem unabhängigen Königreich und König Haakon VII., der erste norwegische König seit dem 14. Jahrhundert, bezog das Königliche Schloss in Oslo, das zur permanenten Residenz der Könige wurde. Als der heutige König Harald V. 1991 den Thron bestieg, war das Gebäude aber in einem so schlechten Zustand, dass er und Königin Sonja zunächst auf Gut Skaugum bei Oslo wohnen blieben.

In den 90er Jahren wurde schließlich eine Generalsanierung durchgeführt: Historische Räume wurden restauriert und moderne Elektrik und Sanitäranlagen eingebaut. Für das Königspaar wurde eine Wohnung im zweiten Stock im südlichen Hauptflügel eingerichtet. 2001 zogen der Regent und seine Ehefrau dann endlich in das Königliche Schloss ein und überließen Gut Skaugum ihrem Sohn Kronprinz Haakon und seiner damals gerade frisch angetrauten Ehefrau Mette-Marit.

Neben der Wohnung von König Harald V. und Königin Sonja befinden sich im zweiten Obergeschoss auch noch einige Gästesuiten. Im Hauptgeschoss liegen die Staatsräume wie zum Beispiel das Vestibül, das Vogelzimmer, der Tägliche Speisesaal, der zehn Meter hohe Große Ballsaal und das Große Speisezimmer. Auch die Arbeitszimmer des Königs, der Königin und des Kronprinzenpaares befinden sich in diesem Teil des Königlichen Schlosses. Im südlichen Nebenflügel sind die Büros der Hofangestellten untergebracht.

Im Erdgeschoss liegt der Saal des Staatsrats, auch die Halle des Premierministers genannt, in dem jeden Freitag die Regierung tagt. Außerdem befinden sich in diesem Bereich des Schlosses auch die Suiten für Staatsgäste. Im nördlichen Seitenflügel findet die Schlosskapelle ihren Platz und im Untergeschoss sind weitere Büroräume für Hofangestellte sowie die Küche.

Das Königliche Schloss in Olso: Der Touristenmagnet „Slottsparken“

Der Schlosspark, oder auch „Slottsparken“, ist eine der ersten großen Parkanlagen, die es in Oslo gab. Der Park wurde im 19. Jahrhundert angelegt, als der Bau des Königlichen Schlosses in Planung ging. Mittlerweile ist die Grünanlage ein geschütztes Kulturdenkmal. Der Schlosspark umgibt die Residenz ringsherum und ist für die Öffentlichkeit das ganze Jahr über zugänglich.

Nur ein abgeschirmter Teil, der sich „Dronningparken“ (auf Deutsch „Königinnenpark“) nennt, ist lediglich von Mai bis Oktober für die Öffentlichkeit begehbar. Dieser Part ist ein alter Rokokogarten der Königsfamilie, der bereits 1751 angelegt und 1840 in den Schlosspark integriert wurde.

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