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Die norwegische Königsfamilie: Alle Infos zu den beliebten Royals aus dem hohen Norden

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Von: Eva-Maria Moosmüller

Erst seit 1905 ist Norwegen wieder ein unabhängiges Königreich: Erfahren Sie hier die wichtigsten Fakten zur royalen Familie rund um König Harald V., Kronprinz Haakon & Co.

Oslo – Das Königreich Norwegen ist eines der letzten sieben Königreiche in Europa, das heute als konstitutionelle Monarchie mit starkem parlamentarischem Einfluss funktioniert. Staatsoberhaupt ist Harald V., der seit 1991 König des kleinen skandinavischen Landes ist, aber vorwiegend repräsentative und zeremonielle Aufgaben übernimmt. Unterstützt wird er dabei von seiner Ehefrau Königin Sonja und dem Kronprinzenpaar Haakon und Mette-Marit. Insgesamt erfreut sich die Königsfamilie beim Volk großer Beliebtheit. 

Der offizielle Sitz der königlichen Familie befindet sich im Königlichen Schloss in der norwegischen Metropole Oslo. Lebensmittelpunkt ist für Haakon und Mette-Marit aber Gut Skaugum in Asker, einem Vorort der Hauptstadt, auf dem das Paar mit den gemeinsamen Kindern lebt.

Seit 1905 ist Norwegen wieder ein unabhängiges Königreich. Die Geschichte der Monarchie und auch die Königsfamilie selbst, ist aber immer noch eng mit den anderen Königshäusern in Europa verwoben.

Die norwegische Königsfamilie: Das sind die wichtigsten Mitglieder

Das Oberhaupt der norwegischen Königsfamilie ist König Harald V., der nach dem Tod seines Vaters 1991 zum König gekrönt wurde. An seiner Seite steht Königin Sonja, die er 1968 heiratete und mit der er zwei Kinder hat. Prinzessin Märtha Louise kam am 22. September 1971 zur Welt und zwei Jahre später folgte Kronprinz Haakon am 20. Juli 1973.

Haakon heiratete im Jahr 2001 die Bürgerliche Mette-Marit Tjessem Høiby, die ihren damals vierjährigen Sohn Marius mit in die Ehe brachte. Gemeinsam haben der Kronprinz und seine Kronprinzessin zwei weitere Kinder: Prinzessin Ingrid Alexandra wurde am 21. Januar 2004 geboren, Prinz Sverre Magnus machte die Familie am 03. Dezember 2005 komplett.

Prinzessin Märtha Louise heiratete ebenfalls bürgerlich, allerdings schlug ihre Ehe mit dem Schriftsteller Ari Behn einige Wellen. Durch ihre Heirat verlor sie das Prädikat „Königliche Hoheit“, blieb aber Prinzessin von Norwegen. Auf ihre Apanage verzichtete sie komplett. Gemeinsam mit Behn hat sie drei Töchter: Maud Angelica, Leah Isadora und Emma Tallulah. Die drei Mädchen haben keinen Prinzessinnen-Titel und tragen auch nicht die Anrede „Königliche Hoheit“, sondern den bürgerlichen Nachnamen ihres Vaters. Von diesem ließ sich Märtha Louise, die sich selbst als „Engelsbotschafterin“ bezeichnet und in Oslo eine „Engelsschule“ unterhält, 2017 scheiden. Ende 2019 nahm sich der Schriftsteller das Leben.

Offiziell gehören zur norwegischen Königsfamilie nur Ihre Majestäten König Harald V. und Königin Sonja, Ihre Königlichen Hoheiten Kronprinz Haakon und Kronprinzessin Mette-Marit und Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Ingrid Alexandra. Zur erweiterten königlichen Familie gehört aber auch der Rest der Verwandtschaft – inklusive Mette-Marits Sohn Marius, Prinz Sverre Magnus, Prinzessin Märtha Louise und ihre drei Töchter sowie König Haralds Schwester Prinzessin Astrid.

Die norwegische Königsfamilie mit König Harald V. als Oberhaupt
Die Norweger lieben ihre Royals mit König Harald V. an der Spitze. Seine Enkelin Prinzessin Ingrid Alexandra wird aller Voraussicht nach einmal die erste regierende Königin des Landes werden. © dpa/NTB | Lise Åserud

Die norwegische Königsfamilie: Die Geschichte des Königreichs

Die Geschichte der norwegischen Königsfamilie ist stark mit der anderer skandinavischer Königshäuser verbunden. Bereits 1389 wurde Norwegen durch die Kalmarer Union von Dänemark mitregiert und der dänische König war bis 1814 gleichzeitig auch immer Ner norwegische.

Nach Dänemarks Bündnis mit Napoléon Bonaparte, der gemeinsamen Niederlage und dem anschließenden Kieler Frieden musste Dänemark Norwegen an Schweden abtreten. Bis 1905 wurde das Land durch schwedische Könige regiert.

Doch dann wurde Norwegen durch eine Abstimmung zu einem unabhängigen Königreich und am 18. November 1905 wurde der dänische Prinz Carl, der vom norwegischen Parlament und durch einen Volksentscheid gewählt worden war, zum norwegischen König Haakon VII gekrönt. Von diesem König des Adelsgeschlechts Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg stammen auch die aktuellen Mitglieder der Königsfamilie ab.

Bei ihrem Volk sind die norwegischen Royals heute überaus beliebt. Besonders das Königspaar Harald und Sonja gilt als volksnah und sympathisch. In Umfragen finden 40% der Norweger, dass ihr König den besten Job am Hof macht.

Auch das Kronprinzenpaar Haakon und Mette-Marit ist hoch angesehen. Durch die moderne Art des Thronfolgers empfinden die Norweger ihre Königsfamilie als nahbar und natürlich. Auch sozial engagiert sich Haakon sehr und es ist mitunter sein Verdienst, dass laut Umfragen noch immer über 80% der Bevölkerung für den Fortbestand der Monarchie in Norwegen stimmen.

Die norwegische Königsfamilie: Das Staatssystem und die Funktion des Königs

Als konstitutionelle Monarchie hat Norwegen ein Regierungssystem, in dem König Harald V. das Staatsoberhaupt ist – wenn auch mit wenigen Staatschef-typischen Aufgaben. Da das Land von einer demokratisch gewählten Regierung, dem Parlament, regiert wird, übernehmen der König und die anderen Mitglieder der Königsfamilie in erster Linie repräsentative und zeremonielle Aufgaben. 

König Harald V. bestätigt formell die Regierungskabinette und ernennt auch den Ministerpräsidenten und die Minister, nachdem diese ihm vorgeschlagen wurden. Dabei dürfen die einzelnen Minister laut des negativen Parlamentarismus keine Mehrheit im Parlament gegen sich haben.

Jedes Jahr im Herbst eröffnet und leitet der König das norwegische Parlament, das Storting, in dem er in der sogenannten Thronrede, der Trontale, das politische Programm der Regierung verliest. Außerdem tagt die norwegische Regierung jeden Freitag unter der Leitung des Königs im Königlichen Schloss in Oslo. Bei diesen Sitzungen des Staatsrats ist auch Kronprinz Haakon anwesend. Hier werden König und Kronprinz über die Aktivitäten und Beschlüsse der Regierung sowie innen- und außenpolitische Angelegenheiten in Kenntnis gesetzt. 

Neue Gesetze müssen vom König unterzeichnet werden, da sie sonst nicht in Kraft treten können. In der Theorie hat der König laut der Verfassung von 1814 das Recht, bei Gesetzesentwürfen sein Veto einzulegen, doch die Regierung kann diese Einsprüche auch zurückweisen. Seit König Haakon VII. hat aber kein König mehr von diesem Recht Gebrauch gemacht und sich in politische Entscheidungen eingemischt.

Der Regent ist darüber hinaus oberster Befehlshaber der norwegischen Streitkräfte und steht daher in ständigem Kontakt mit den höchsten Offizieren der Marine, der Luftwaffe und des Heeres. König Harald V. bekleidet durch eine militärische Ausbildung in Schweden und England selbst den Rang eines Offiziers.

Bis zu einer Verfassungsreform im Jahr 2012 war König Harald V. auch das Oberhaupt der lutherischen Kirche in Norwegen.

Die norwegische Königsfamilie: So funktioniert die Thronfolge

In Norwegen war die Thronfolge bis vor 30 Jahren Männersache. Dank einer Gesetzesänderung 1991 sind männliche und weibliche Nachkommen aber nun gleichberechtigt. Bisher gab es in dem kleinen skandinavischen Land noch keine regierende Königin. Allerdings steht Kronprinz Haakons Tochter Prinzessin Ingrid Alexandra bereits in den Startlöchern.

Ab dem Jahr 1971, in dem Prinzessin Märtha Louise zur Welt kam, wurden Frauen zwar in der Thronfolge berücksichtigt und konnten unter Umständen Königin werden – aber nur, wenn sie keinen Bruder hatten, der stattdessen König werden konnte. Dieses Gesetz wurde 1991 geändert und die norwegische Thronfolge verläuft nun in direkter Blutlinie, nach dem Alter der Nachkommen. Die Gesetzesänderung wurde aber nicht rückwirkend auf Prinzessin Märtha Louise angewendet. Das bedeutet, dass nach der Krönung von Kronprinz Haakon dessen erstgeborenes Kind, seine Tochter Ingrid Alexandra, Kronprinzessin und damit eines Tages die erste regierende Königin von Norwegen werden wird.

In der Thronfolge steht hinter Prinzessin Ingrid Alexandra ihr jüngerer Bruder Prinz Sverre Magnus. Erst an derzeit vierter Stelle befindet sich Märtha Louise, der wiederum ihre drei Töchter Maud Angelica Behn, Leah Isadora Behn und Emma Tallulah Behn folgen.

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