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König Carl XVI. Gustaf von Schweden: Alle Infos über den „widerwilligen“ Monarchen

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Von: Eva-Maria Moosmüller

Carl XVI. Gustaf von Schweden sitzt seit 1973 auf dem Thron und ist damit der König mit der längsten Amtszeit. Seine Regentschaft wurde auch von dem ein oder anderen Skandal überschattet.

Stockholm – König Carl XVI. Gustaf (74) wurde am 30. April 1946 auf Schloss Haga bei Stockholm unter dem vollen Namen Carl Gustaf Folke Hubertus geboren und ist der aktuelle König der parlamentarischen Monarchie Schwedens. Er gehört der Blutlinie der Bernadotte-Dynastie an, die seit 1818 in Schweden regiert. Gekrönt wurde er nach dem Tod seines Großvaters, König Gustav VI. Adolf (90, †1973), im Alter von 27 Jahren am 15. September 1973. 

Privat interessiert sich der Monarch für Naturschutz und Landwirtschaft sowie Sport, Skilaufen und schnelle Autos. Er ist noch immer aktiver Pfadfinder und Ehrenvorsitzender der World Scout Foundation (Weltpfadfinderorganisation). Außerdem nahm er dreimal erfolgreich am Wasalauf in Schweden teil, einem Skilanglauf über 89 Kilometer.

König Carl XVI. Gustaf ist Legastheniker und unterschreibt auch schon mal mit „Kungen“ statt „Knugen“, dem schwedischen Wort für König. Seit 2016 war er der am längsten regierende König des unabhängigen Königreiches Schweden und seit 2018 ist seine Amtszeit auch offiziell die längste in der gesamten schwedischen Geschichte.

König Carl XVI. Gustaf von Schweden: Kindheit, Jugend, Krönung

Seine Kindheit und Jugend verbrachte das fünfte Kind des Herzogs von Västerbotten, Gustav Adolf Erbprinz von Schweden (40, †1947) und dessen deutscher Ehefrau Prinzessin Sibylla (64, †1972), der ältesten Tochter des letzten regierenden Herzogs von Sachsen-Coburg und Gotha, überwiegend auf Schloss Haga, dem Sitz der schwedischen Königsfamilie bei Stockholm.

Dort wuchs er mit seinen vier älteren Schwestern Margaretha Désirée Victoria (86), Birgitta Ingeborg Alice (84), Désirée Elisabeth Sibylla (82) und Christina Louise Helena (77) auf. Der Vater der fünf Geschwister starb bereits im Jahr 1947 bei einem Flugzeugabsturz in Dänemark, als Carl Gustaf gerade einmal neun Monate alt war. Damit stand er in der Thronfolge seines Landes nach seinem Großvater an zweiter Stelle.

1950 wurde er im Alter von vier Jahren zum Kronprinzen, genoss aber dennoch eine bürgerliche Bildung an öffentlichen Schulen. Das Abitur machte er 1966, danach ging er zur Marine und von dort zur Armee und zur Luftwaffe.

Der heutige König hat sowohl bei der Flotte und dem Feldjägerregiment von Jämtland als auch bei der Reichsleibgarde und bei der Luftwaffe den militärischen Rang des Fähnrichs. Nach seiner Militär-Ausbildung studierte der Monarch Nationalökonomie, Staatskunde, Soziologie und Geschichte in Uppsala und Stockholm.

Am 15. September 1973, im Alter von nur 27 Jahren, wurde Carl XVI. Gustaf zum König von Schweden gekrönt.

König Carl XVI. Gustaf von Schweden mit seiner Tochter, Kronprinzessin Victoria.

König Carl XVI. Gustaf mit seiner Tochter, Kronprinzessin Victoria. Für sie ließ er 1980 das Thronfolgegesetz ändern. © IMAGO / ZUMA Wire

König Carl XVI. Gustaf von Schweden: Heirat mit Silvia und die Geburten der Kinder

Bereits ein Jahr vor seiner Krönung, im Sommer 1972, hatte sich König Carl XVI. Gustaf verliebt. Bei den Olympischen Sommerspielen in München hatte er die deutsche Chefhostess Silvia Renate Sommerlath (77) kennengelernt, die damals 28 Jahre alt war und direkt das Interesse des 26-jährigen Royals geweckt hatte. Silvia sprach als Studentin des Münchner Sprachen- und Dolmetscher-Instituts auch Schwedisch und verstand sich sofort mit dem Prinzen, der sie zum Beispiel zu Ausflügen in schicken Autos einlud.

Vier Jahre später verlobte sich das Paar schließlich und nur drei Monate später, am 19. Juni 1976, wurde in der Stockholmer Domkirche Sorkyrka die königliche Hochzeit gefeiert. Am Vorabend spielte die sich damals auf dem Höhepunkt ihrer Karriere befindende Band ABBA das Lied „Dancing Queen“ zum ersten Mal im Fernsehen und widmete es dem Hochzeitspaar.

Die Vermählung von Carl Gustaf und Silvia war unter anderem auch deswegen so ein großes Spektakel, zu dem sich nicht weniger als 250.000 Zuschauer auf den Straßen Stockholms einfanden, weil es seit fast zwei Jahrhunderten, genauer seit 197 Jahren, die erste königliche Hochzeit in Schweden war. Alle Vorgänger des Königs hatten bereits als Prinzen und vor ihrer jeweiligen Krönung geheiratet.

Da Silvia eine Bürgerliche und somit nach schwedischem Recht nicht ebenbürtig war, hätte Carl Gustaf bei einer Hochzeit als Kronprinz auf seinen Titel und den Thron verzichten müssen. Als König aber konnte er die Ehe eingehen, ohne von der Regierung, die bei Hochzeiten von Prinzen und Prinzessinnen zustimmen muss, daran gehindert zu werden.

Knapp ein Jahr später kam dann am 14. Juli 1977 Kronprinzessin Victoria (43) zur Welt, am 13. Mai 1979 folgte Prinz Carl Philip (41) und am 10. Juni 1982 wurde Prinzessin Madeleine (38) geboren. 

König Carl XVI. Gustaf von Schweden: Skandale um den Monarchen

Eigentlich ist die Königsfamilie bei den Schweden sehr beliebt. Vor einigen Jahren aber musste sich König Carl XVI. Gustaf großem Medienwirbel um seine Person stellen. Diverse Eskapaden des Staatsoberhauptes in Nacht- und Stripclubs waren durch das Enthüllungsbuch „Carl XVI. Gustaf – Der widerwillige Monarch“ von Journalist Thomas Sjöberg (62) an die Öffentlichkeit geraten und beim Volk der sieben Millionen Schweden überhaupt nicht gut angekommen.

Auch eine Affäre des Königs mit der schwedischen Sängerin Camilla Henemark (56) wurde darin thematisiert. Königin Silvia trug den Skandal mit Fassung und Würde, während sich das Volk am liebsten sofort Kronprinzessin Victoria auf den Thron gewünscht hätte.

König Carl XVI. Gustaf von Schweden: Änderungen während seiner Regentschaft

Dass Kronprinzessin Victoria eines Tages Königin werden wird, hat sie in erster Linie allerdings ihrem Vater zu verdanken. Kurz nach Geburt seiner Tochter ließ König Carl XVI. Gustaf das Thronfolgegesetz seines Landes ändern, nach dem nur männliche Nachfahren König werden können. Seit 1980 sind Frauen und Männer der Bernadotte-Linie in der schwedischen Thronfolge gleichberechtigt.

Eine weitere Änderung im schwedischen Königshaus, die ebenfalls durch den König herbeigeführt wurde, ist der Beiname des Staatsoberhauptes. Bis zu seiner Krönung trugen alle schwedischen Könige den noch aus dem 16. Jahrhundert stammenden Beinamen „König der Schweden, der Goten und Wenden“, auf Schwedisch „Sveriges, Götes och Vendes konung“.

Mit der Krönung Carl Gustafs 1973 wurde dieser Beiname, den König Gustav I. im Jahr 1540 eingeführt hatte, fallen gelassen. Der amtierende König trägt nun den kürzeren Beinamen „König von Schweden“.

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