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Schloss Drottningholm: Alle Infos zum privaten Wohnsitz der schwedischen Königsfamilie

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Von: Eva-Maria Moosmüller

Schloss Drottningholm auf Lovön in Ekerö ist ein Museum und der Privatwohnsitz der schwedischen Königsfamilie zugleich. Das sollten Sie über das geschichtsträchtige Schloss wissen.

Lovön – Schloss Drottningholm auf der schwedischen Insel Lovön in der Gemeinde Ekerö ist sowohl ein privater Wohnsitz der schwedischen Königsfamilie als auch ein Museum und ein Wahrzeichen des Landes. Seit 1982 leben hier König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia im Südflügel des Gebäudes, wo sie 22 Zimmer bewohnen.

Insgesamt hat das Anwesen 220 Zimmer und wurde nach dem Vorbild französischer Schlösser im Barockstil gebaut. Deshalb wird Schloss Drottningholm auch als „schwedisches Versailles“ bezeichnet.

Schloss Drottningholm: Ehemals Lustschloss, jetzt UNESCO-Weltkulturerbe

Früher galt das Anwesen als „Lustschloss“ der Könige, wurde dann aber zum Hauptwohnsitz vieler Monarchen und steht seit 1935 als Byggnadsminne, also als kulturhistorisch wertvolles Gebäude, unter Denkmalschutz. 1991 wurde es als erstes schwedisches Kulturdenkmal in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen und ist das am besten erhaltene Schloss in Schweden.

Die Inneneinrichtung hat sich im Laufe der Jahrhunderte immer wieder ein wenig verändert, denn verschiedene Regenten prägten den Stil der Räume. Königin Hedwig Eleonora, Königin Luise Ulrike und König Gustav III. lebten alle jahrelang in den Gemäuern und designten die Räume nach ihren Vorstellungen und den Modegeschmäckern der jeweiligen Zeit.

Königin Hedwig hatte im 17. Jahrhundert ein Paradeschlafzimmer als Empfangsraum herrichten lassen und König Gustav III. aus dem 18. Jahrhundert liebte seinen chinesischen Salon mit den damals modernen Chinoiserien und dem chinesisch inspirierten Kachelofen. Die Bibliothek wurde hingegen im Rokoko-Stil entworfen und allein das wuchtige und prunkvolle Treppenhaus des Schlosses, das von wertvollen Gemälden und Statuen gesäumt wird, nimmt ein Drittel des Gebäudes ein.

Schloss Drottningholm auf der schwedischen Insel Lovön
Schloss Drottningholm auf der schwedischen Insel Lovön: Hier leben König Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia. © IMAGO / CHROMORANGE

Schloss Drottningholm: Die Geschichte der schwedischen Königsresidenz

Gebaut wurde Schloss Drottningholm bereits 1580. Damals ließ König Johann III. von Schweden das Gebäude für seine Ehefrau Katharina von Polen errichten und nannte es „Drottningholm“, was auf Deutsch „Königininsel“ bedeutet.

Hedwig Eleonora von Schleswig-Holstein-Gottorf kaufte das Schloss im Jahr 1661, doch bereits nach wenigen Monaten, am 30. Dezember 1661, brannte das Gebäude nieder. Für den Wiederaufbau ließ die Witwe des schwedischen Königs damals von dem Architekten Nicodemus Tessin d. Ä. neue Baupläne entwerfen, sein Sohn Nicodemus Tessin d. J. übernahm nach dem Tod seines Vaters die Bauleitung.

1681 wurde das Schloss fertiggestellt, ebenso wie die dazugehörige Schlosskirche, in der noch heute eine Cahman-Orgel von 1730 steht. Der Architekt legte im Westen des Geländes außerdem einen Barockgarten an, passend zum Baustil des neuen Schlosses und 1777 ließ König Gustav III. auch im Norden des Geländes Grün anpflanzen und legte dort einen englischen Landschaftsgarten an. Der Gartenarchitekt Fredrik Magnus Piper entwarf das Design des Gartens.

Schloss Drottningholm: China-Schloss und Barocktheater

In den 1760er-Jahren wurden die verschiedenen Bauten von der Ehefrau von König Adolf Friedrich, Königin Lovisa – auch als Königin Luise Ulrike von Preußen bekannt – erweitert. Die Monarchin ließ vom Architekten Carl Fredrik Adelcrantz zum Beispiel das Kina Slott, das chinesische Schlösschen, errichten, das mit den orientalischen und chinesischen Elementen noch heute ein beliebtes Ziel von Besuchern des Schlosses ist.

Auch das Schlosstheater, dessen Bühnenmaschinerie immer noch Original erhalten ist, stammt aus diesem Bauprojekt. Es wurde 1766 eingeweiht und gilt heute als eines der am besten bewahrten Barocktheater Europas. Bereits zuvor hatte es auf dem Gelände ein Theater gegeben, das aber 1662 abgebrannt war.

Das neue Schlosstheater blühte vor allem während der Regentschaft von König Gustav III. auf, der nach Lovisa und Adolf Friedrich das Schloss bewohnte. Der Herrscher schrieb selbst Theaterstücke und stand auch gern als Schauspieler auf der Theaterbühne. Außerdem fügte er dem Gebäude den Frühstückssalon an der Westseite hinzu. Als Gustav III. 1792 nach einem Attentat in der Stockholmer Oper starb, verfiel auch das Schlosstheater und erst 130 Jahre später wurde der Bau renoviert.

Heute wird das Theater wieder genutzt und ist regelmäßig Schauplatz für besondere Opern oder Stücke. 2011 wurde dort „Così fan tutte“ von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt. Im Jahr 2021 spielt im Schlosstheater die Oper „Agrippina“ von Georg Friedrich Händel. Außerdem besitzt das Theater eine große Bühnenbildsammlung mit 30 Bildern.

Schloss Drottningholm: Museum mit Skulpturen von Adriaen de Vries

Auf dem Gelände befindet sich neben dem Schlosstheater auch das De Vries Museum, in dem sich die weltweit größte Sammlung an Skulpturen des niederländischen Bildhauers Adriaen de Vries befindet. Die Kunstwerke können in den alten Dragoon-Ställen aus dem 18. Jahrhundert besichtigt werden. Ursprünglich standen die Bronze-Skulpturen, die Anfang des 17. Jahrhunderts nach Schweden kamen, im Park von Schloss Drottningholm. Diese wurden aber durch moderne Bronze-Nachbauten ersetzt und die Originale stehen im Museum, das am „Museum de Vries Day“ für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Das Museum kann auch während des Jahres in vorab gebuchten Gruppen-Touren besucht werden. Der Eintritt kostet 130 Schwedische Kronen, also knapp 13 Euro. Erreichen kann man das Schloss auch in Kombination mit einer Touristen-Bootsfahrt über den Mälarsee.

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