1. 24royal
  2. Spanien

Iñaki Urdangarin: So kam es zur Korruptionsaffäre um den ehemaligen Herzog von Palma

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jasmin Pospiech

Nach seiner Hochzeit mit der Infantin Cristina von Spanien 1997 wurde Iñaki Urdangarin Herzog von Palma. Den Titel trägt er seit 2015 nicht mehr. 

Barcelona – Iñaki Urdangarin Libaert kam am 15. Januar 1968 in der Gemeinde Zumarraga im Baskenland zur Welt. Aufgewachsen ist er in Barcelona, wo er auch die Schule besuchte. Dort entwickelte er früh eine Leidenschaft für Handball und spielte in der Schulmannschaft.

Nach seinem Abschluss beschloss der spätere Herzog von Palma, den Sport professionell auszuüben. Er unterschrieb 1986 einen Vertrag beim FC Barcelona, dem er bis zum Ende seiner Karriere im Jahr 2000 treu blieb. Mit dem Club gewann der 1,97 Meter große Urdangarin die folgenden Titel:

Darüber hinaus war Urdangarin in der spanischen Nationalmannschaft aktiv, für die er 170 Länderspiele absolvierte. Mit dem Team nahm er an den Olympischen Spielen 1992, 1996 und 2000 sowie an mehreren Welt- und Europameisterschaften teil. Bei Olympia 1996 und 2000 und bei der EM 2000 gewann er mit den Spaniern jeweils die bronzene Medaille.

Iñaki Urdangarin: Märchenhochzeit mit Infantin Cristina von Spanien

Während der Olympischen Spiele 1996 lernte Iñaki Urdangarin die Infantin Cristina von Spanien kennen. Das Paar heiratete im Oktober 1997 in der Kathedrale von Barcelona. Durch die Hochzeit erwarb Urdangarin den Titel „Herzog von Palma“. Zwischen 1999 und 2005 wurden die vier Kinder von Urdangarin und Cristina von Spanien geboren, und zwar:

Nach dem Ende seiner Karriere als Handballer war Urdangarin ab 2000 für mehrere Stiftungen tätig, darunter die seines ehemaligen Vereins FC Barcelona. Zudem war er ab 2001 Mitglied im Nationalen Olympischen Komitee Spaniens. Im Februar 2004 wurde er zum ersten stellvertretenden Vorsitzenden des Komitees gewählt. Darüber hinaus arbeitete er als Berater des Verlags Motorpress Ibérica und als Direktor für Planung und Entwicklung beim Sport-Marketing-Unternehmen Octagon Esedos.

Iñaki Urdangarin und die Korruptionsaffäre

Von 2004 bis 2006 war Iñaki Urdangarin Vorsitzender der Stiftung Nóos. Im Jahr 2006 wurden erste Verdächtigungen laut, dass Urdangarin in kriminelle Machenschaften verwickelt sei. Er soll seine Zugehörigkeit zur Königsfamilie genutzt haben, um Millionensummen zu veruntreuen.

Iñaki Urdangarin beim Prozess auf den Balearen wegen seiner Korruptionsaffäre.
Iñaki Urdangarin, der Ehemann von Infantin Cristina von Spanien, soll Spendengelder veruntreut haben. © IMAGO / agefotostock

So bekam Nóos von der regionalen Regierung der Balearen Aufträge für Dienstleistungen zugesprochen, die nie ausgeführt wurden. An den dafür geleisteten Zahlungen bereicherten sich Urdangarin und sein Geschäftspartner Diego Torres persönlich.

Im Februar 2012 musste Urdangarin vor einem Untersuchungsrichter über die Korruptionsaffäre aussagen. Im Juni 2015 wurde ihm vom spanischen Königshaus der Titel des Herzogs von Palma entzogen. Der Prozess gegen Urdangarin begann im Januar 2016, die Staatsanwaltschaft forderte eine Gefängnisstrafe von 18 Jahren.

Letztlich wurde er zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten sowie zur Zahlung von 512.000 Euro verurteilt. Die Infantin Cristina wurde hingegen von den Vorwürfen der Mitwisserschaft freigesprochen. Urdangarin trat seine Strafe im Juni 2018 im Gefängnis von Ávila an.

Von Alexander Kords

Auch interessant