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Prinzessin Latifa: Die Flüchtige stand auf der Pegasus-Liste

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Von: Annemarie Göbbel

Prinzessin Latifa und Stiefmutter Prinzessin Haya flohen vor Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum. Jetzt stellt sich heraus: Beide standen auf der umstrittenen Pegasus-Liste.

Dubai – Internationale Bekanntheit erlangte die Tochter des Vizepräsidenten der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum (72), durch ihren misslungenen Fluchtversuch vor ihrem Vater im Jahr 2018, der Prinzessin Latifa (35) nach ihren Angaben entführt hatte und in Hausarrest gefangen hielt. Sie berichtete von Misshandlung und Folter und wollte offenbar von ihren Häschern lieber erschossen, als zurück nach Dubai gebracht werden. Ihr Vater hingegen behauptete, dass er sie vor Entführern gerettet habe und dass sie einen freien Willen hätte. 

Prinzessin Latifa: Die Entflohene stand auf der Pegasus-Liste

Im Mai dieses Jahres waren Bilder der Prinzessin in Freiheit aufgetaucht, seitdem verliert sich ihre Spur. Prinzessin Haya bint al-Hussein (47), ehemalige Prinzessin von Jordanien und die sechste Ehefrau des Scheichs konnte ihre Flucht 2019 zu Ende bringen. Im Jahr 2020 erstritt sich die Tochter des ehemaligen Regenten Jordaniens König Hussein I. (63, † 1999) sogar das Sorgerecht für die beiden gemeinsamen Kinder mit Scheich Muhammad bin Raschid Al Maktum vor dem High Court in London.

Im Zuge des Skandals um die umstrittene Pegasus-Liste wurden Prinzessin Latifa und ihre Stiefmutter Prinzessin Haya von Amnesty International als Ziele der Pegasus-Malware-Attacke benannt. Laut Enthüllungen der „Washington Post“ stand Prinzessin Latifas Telefonnummer seit 2018 auf der Liste, die ihrer Stiefmutter folgte ein Jahr später.

Prinzessin Latifa: Wäre ihre Flucht ohne die Liste nicht vereitelt worden?

Nun stellt sich die Frage: Wäre auch Prinzessin Latifa die Flucht gelungen, wenn es die Liste mit ihren Kontaktdaten nicht gegeben hätte? Laut Amnesty International hätten Dubai und Saudi-Arabien Menschenrechtsverletzungen begangen, indem sie die Telefone der Frauen und deren Umfeld ausspähten.

Prinzessin Haya von Jordanien (2006) floh vor ihrem Ehemann, als sie von den Grausamkeiten gegen seine Tochter hörte (Symbolbild).
Prinzessin Latifas Stiefmutter Prinzessin Haya floh 2019 vor ihrem Ehemann Sheikh Mohammed bin Rashid al-Maktoum (Symbolbild). © Slavko Midzor/Imago

Die Fluchtversuche der Frauen hören sich an wie ein Roman. Prinzessin Latifa wurde im März 2018 auf der Flucht vor ihrem Vater an Bord der Yacht Nostromo vor der Küste von Goa, Indien, aufgegriffen. Sie hätte angeblich darum gebettelt, erschossen zu werden, als indische Kommandos das Boot stürmten und sie ergriffen, wobei sie geschrien hätte: „Erschießt mich hier, schickt mich nicht nach Hause!“

Prinzessin Haya floh 2019 mit ihren Kindern nach einer angeblichen Affäre mit einem Leibwächter ins Asyl nach Deutschland, dann weiter nach London und weigerte sich seitdem in die Vereinigten Arabischen Emirate zurückzukehren. Stattdessen kämpfte sie um das Sorgerecht und bekam 2020 vor dem High Court recht, da der Scheich laut Dailymail die Medien gegen sie aufgehetzt hatte und sie nachweisen konnte, dass ihre Tochter im Falle einer Rückkehr mit zwölf Jahren in eine arrangierte Ehe gezwungen worden wäre.

Prinzessin Latifa: Von ihr fehlt weiter jede Spur

Wurde Latifa ausspioniert und deshalb gefunden? Pegasus ist eine Schadsoftware der israelischen Firma NSO Group, die angeblich zur Terrorismusbekämpfung gedacht ist und an ausländische Regierungen verkauft wird. Internationale Recherchen legen aber einen großangelegten Überwachungsversuch nahe.*

Andere Betroffene auf der Liste der Pegasus-Ziele sind die Witwe des ermordeten saudischen Journalisten Jamal Khashoggi (59, † 2018) und amerikanische Reporter für CNN, die AP, die New York Times und das Wall Street Journal, die in Übersee arbeiten und oft über korrupte Regierungen berichten.

Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob Prinzessin Latifa heute in einem Versteck lebt oder immer noch als Gefangene ihres Vaters. Vielleicht ergibt sich durch das Auftauchen der Pegasus-Liste eine positive Wendung. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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